15.01.2019

Call for Papers: Junges Forum 2019 – Nutzungsmischung in Stadt und Land nach der Leipzig Charta 2007: Gleichwertige Lebensverhältnisse oder Wachstumswettbewerb?

Jahrestagung des Jungen Forums der ARL, 26.‐27. Juni 2019 in Kassel

Thema

Endlich wieder erfreuliche Nachrichten: Die Bevölkerung in Deutschland nimmt zu. Die Wirtschaft
boomt. Die Arbeitslosigkeit erreicht ein Rekord‐Tief. Aber sollten wir uns über Wachstum wirklich
freuen? Nicht überall in Deutschland sieht es so positiv aus. Regionale und lokale Unterschiede
verstärken sich eher noch: strukturschwache Teilräume mit anhaltenden Problemen der
Daseinsvorsorge stehen anderen gegenüber, die kaum noch die Folgen des Wachstums bewältigen
können. Es gibt aufstrebende Quartiere oder Dörfer neben strukturschwachen und verlassenen
Orten. Wachsende Städte und Regionen mit steigenden Mieten und daran anschließender
Verdrängung von Unternehmen und BewohnerInnen ins Umland, die sich die hohen Mieten nicht
mehr leisten können. Andernorts leerstehende Ladenlokale und fehlendes Kapital für die notwendige
Investition in Gebäude und Infrastruktur.

Gleichwertige Lebensverhältnisse sind mehr denn je eine aktuelle Notwendigkeit raumbezogener
Politik und Planung. Die Bundesregierung hat 2017 die BauNVO novelliert und möchte gleichzeitig
durch die Gebietskategorie „Urbanes Gebiet“ Nutzungsmischung fördern wie durch § 13b BauGB das
Bauen im Außenbereich im beschleunigten Verfahren ermöglichen. Das 30 ha‐Ziel – nun verschoben
auf 2030 – bleibt als löchriger Rahmen übrig. Starke politische Zielsetzungen werden widersprüchlich
umgesetzt und die Liste der Verlierer aktueller Entwicklungen wächst. Haben die Deutsche
Nachhaltigkeitsstrategie und die Leipzig‐Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt ausgedient?

Die Jahrestagung des Jungen Forums der ARL beschäftigt sich deshalb beispielsweise mit folgenden
Fragen:

  • Wie kann Nutzungsmischung mit ihrem Ziel der Reduzierung des Flächenverbrauchs (30 ha‐Ziel) wieder auf die lokale Agenda gebracht werden?
  • Welche Potenziale hat räumliche Planung, kleinräumige Nutzungsmischung mit einer regionalen Perspektive zu verbinden?
  • Wie sieht eine moderne Form der Nutzungsmischung im digitalen Zeitalter aus?
  • Wie hängen gleichwertige Lebensverhältnisse und kleinräumige oder vertikale Nutzungsmischung von Wohnen und (produzierendem) Gewerbe zusammen?
  • Wie können kleinräumige und lokale Akteure (z. B. lokale und ethnische Ökonomien, urbane Produktion) durch Planungen gefördert werden?
  • Wie kann räumliche Planung ohne Flächenwachstum und Neuinanspruchnahme von Boden neu gedacht werden?

Eingeladen sind Beispiele aus der Praxis, theoretische und konzeptionelle Grundlagen und
insbesondere in die Zukunft gerichtete Perspektiven, kreative Beiträge und konstruktive Utopien. Ihr
möchtet einen kleinen Workshop veranstalten? Ihr habt eine provokante These für die Diskussion?
Ihr möchtet mit anderen eine Zukunftsvision entwickeln? Schlagt ein für euch passendes Format vor,
aus dem eine bunte und gemischte Konferenz entstehen kann. Für jeden Beitrag können 15 bis 60
Minuten zur Verfügung gestellt werden.

Im Rahmen der Tagung wollen wir dabei in einen offenen Austausch treten und nicht nur
abgeschlossene Projekte, sondern auch verschiedene Stadien oder einfach nur Ideen hören,
diskutieren und gemeinsam reflektieren. Wir freuen uns daher sowohl über konkrete
Maßnahmenvorschläge als auch über Utopien und verrückte Ideen. Das Junge Forum dient dem
unvoreingenommenen Austausch und heißt sowohl (Master‐)Studierende als auch bereits
berufstätige Interessierte aus Praxis und Forschung herzlich Willkommen. Für inhaltliche Fragen und
die Ausgestaltung von Beiträgen beraten euch gerne vorab Kerstin Meyer (kmeyer@iat.eu) sowie aus
dem Lenkungskreis Christian Lamker, Jeanette Klemmer oder Katja Müller.

Bitte reicht eure Vorschläge bis zum 12.05.2019 ein. Die Beschreibung sollte max. 2 DIN‐A4 Seiten
umfassen und im PDF‐Format unter Angabe eurer Kontaktdaten (Name, Anschrift, E‐Mail‐Adresse
etc.) an Dr. Andreas Stefansky (stefansky@arl‐net.de) gesendet werden. Wir werden dann im
Anschluss an die Frist mit euch Kontakt aufnehmen.

Zusätzlich wollen wir darauf hinweisen, dass die Wahl der Lenkungsgruppe ansteht. Auf Grund
der Überschreitung der Altersgrenze müssen drei Posten neu besetzt werden. Interessierte,
die sich zur Wahl stellen möchten, können sich bis zum 15.06.2019 ebenfalls bei Dr. Andreas
Stefansky (stefansky@arl‐net.de) melden. Falls ein interessiertes Mitglied des Jungen Forums
nicht an der Mitgliederversammlung teilnehmen kann, um sich den Anwesenden persönlich
vorzustellen, sollten ein paar Angaben zur eigenen Biographie gemacht und kurz beschrieben
werden, welche Ideen man in die Lenkungsgruppe einbringen möchte oder was in der Arbeit
besonders wichtig wäre.

Für Rückfragen zum Call oder der Wahl zur Lenkungsgruppe steht Euch Dr. Andreas
Stefansky in der ARL‐Geschäftsstelle zur Verfügung. Wir freuen uns auf Eure Einsendungen!