ARL-Kongress 2015: Migration, Integration, Regionalentwicklung - Herausforderungen für die räumliche Planung

Die Debatte um Migration und Integration ist hochaktuell. Die Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge in deutschen Kommunen, anhaltend hohe Zuwanderungsraten nach Deutschland und die Demonstrationen von Pegida beherrschten wochenlang die Medienberichterstattung.

Die Integration der Migrantinnen und Migranten ist nicht nur eine zentrale Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sie erfordert auch eine Weiterentwicklung der Stadt- und Regionalplanung. Denn Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln haben auch verschiedene Ansprüche an ihr Lebensumfeld, an Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Beteiligung.

Die Zuwanderung nach Deutschland ist außerdem räumlich sehr ungleich verteilt. Die meisten Migrantinnen und Migranten ziehen in Städte und in die alten Bundesländer, sodass die Stadtbevölkerung dort zunehmend multiethnisch und multikulturell geprägt wird. Die Zuwanderung in ländliche Orte und die neuen Bundesländer fällt hingegen eher gering aus. Was bedeutet das für die Entwicklung dieser Gebiete?

Während für die Quartiersebene bereits viele Untersuchungen vorliegen und Integrationsstrategien vorhanden sind, fehlen diese auf überörtlicher Ebene noch weitgehend. Analysen zur Raumentwicklung und zur Migration stehen bislang relativ unverbunden nebeneinander. Und in der Raumordnung und Raumentwicklung ist bisher überwiegend Zurückhaltung bei der Auseinandersetzung mit den Themen Migration, kulturelle Diversität und Integration zu verzeichnen. Die Raumwirkungen und Bedürfnisse der verschiedenen Migrantengruppen in den unterschiedlichen Siedlungsräumen werden von den Akteuren der Raumentwicklung noch kaum in strategische Konzepte einbezogen.

Auf dem ARL-Kongress wollen wir deswegen folgenden Fragen nachgehen:

  • Welche Auswirkungen haben internationale Migration und kulturelle Vielfalt auf die Raumentwicklung, insbesondere auf stadtregionaler Ebene und in ländlichen Räumen?
  • Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus?
  • Welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten die Instrumente räumlicher Planung?
  • Mit welchen Akteuren muss in Zukunft stärker kooperiert werden, um diese Instrumente weiterzuentwickeln?

Bis zum 15. Februar 2016 läuft der Call for Papers für die DASL / ARL-Jahrestagung 2016 zum Thema „Auftrag Daseinsvorsorge“.