umfassende Planung

 comprehensive planning

Umfassende Planung (comprehensive planning, Entwicklungsplanung) ist ein Planungsansatz, der vor allem in den 1960er und 70er Jahren das Planungsverständnis prägte. Sie geht dabei von folgenden Grundannahmen aus:
Entscheidungsprozesse sind als Zweck-Mittel-Rationalität aufgebaut, wobei die Planung am „öffentlichen Interesse“ ausgerichtet ist;
eine sehr starke Stellung der Planenden, denen als Fachleute genaue Kenntnis des „öffentlichen Interesses“ und ein Handeln in seinem Sinne unterstellt wird; eigene Machtinteressen der Planenden werden dabei nicht angenommen;
eine Integration der spezialisierten Fachplanungen und ihre Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel, das „öffentliche Interesse“ (Synoptisches Ideal).
Voraussetzung für Umfassende Planung sind vollständige Grundlageninformationen über Ausgangslage, Planalternativen und Konsequenzen einer möglichen Umsetzung. Dass diese jedoch selten in erforderlicher Form zu Verfügung stehen, gehört – neben der realitätsfremden Annahme, dass Planer ausschließlich dem öffentlichen Interesse folgen – zu den größten Schwächen des Modells. Deshalb verdrängten seit den 1980er Jahren pragmatischere Ansätze die Umfassende Planung als Grundlage des Planungshandelns. Zu den bekanntesten Anwendungen Umfassender Planung gehört die damals in vielen Städten eingerichtete Stadtentwicklungsplanung; auch die heutigen Integrierten Stadtentwicklungskonzepte weisen Züge des Paradigmas der umfassenden Planung auf.

adapted from:
Altshuler Alan: The Goals of Comprehensive Planning, in: Faludi Andreas: A Reader in Planning Theory, Oxford 1995.
Jochimsen Reimut: Strategie der wirtschaftspolitischen Entscheidung, in: Weltwirtschaftliches Archiv, No. 99, 1969.

Comprehensive planning (master planning, development planning) predominated in the 1960s and 1970s. The assumptions on which it proceeded were: that decision-making processes are governed by an ends-means rationale and planning is directed towards the “public interest;” that planners are in a very strong position, and as experts have exact knowledge of the “public interest” and act accordingly; and that they have no power interests of their own; that specialised, sectoral plans are integrated and directed towards a common goal, the “public interest” (synoptic ideal). The preconditions for comprehensive planning is thorough knowledge about the initial situation, about planning alternatives, and about the consequences of implementation. Among the greatest deficiencies of the model, apart from the unrealistic assumption that planners act solely in the public interest, is that this precondition is seldom met. Since the 1980s, more pragmatic approaches have displaced comprehensive planning. Among the best known applications of comprehensive planning are the urban development planning procedures established at the time in many cities. Current integrated urban development concepts also share certain features with the comprehensive planning paradigm.