Stadtumbau

 urban redevelopment

Der Begriff Stadtumbau, wie er in Deutschland seit Ende der 1990er Jahren verwendet wird, bezeichnet die gestalterische, soziale, kommunal- und finanzpolitische sowie infrastrukturelle Anpassung der bestehenden Städte an Schrumpfungsprozesse. Grund für diese Bedarfs- und Angebotsveränderungen in allen Lebensbereichen ist der quantitative Rückgang der deutschen Bevölkerung durch Abwanderung und Geburtenmangel. Ziel des Stadtumbaus ist die Erhaltung, Stärkung und Weiterentwicklung der Funktions- und Leistungsfähigkeit der Städte unter den sich ändernden Bedingungen. Dazu hat die Bundesregierung 2002 das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau Ost“ für die neuen Bundesländer und 2004 das Programm „Stadtumbau West“ für die alten Bundesländer initiiert. Stadtumbaumaßnahmen werden in Gebieten durchgeführt, die von erheblichen städtebaulichen Funktionsverlusten betroffen sind und in denen Anpassungen zur Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen vorgenommen werden. Besonders in Gebieten, in denen ein dauerhaftes Überangebot an baulichen Anlagen insbesondere für Wohnzwecke besteht oder zu erwarten ist, werden Stadtumbaumaßnahmen notwendig. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen der Rückbau und die Umgestaltung der randstädtischen Großsiedlungen der 1960er bis 1980er Jahre, die Revitalisierung der Stadtzentren sowie die Konversion nicht mehr genutzter inner- und randstädtischer Flächen. Grundlage der Maßnahmen und auch Fördervoraussetzung sind umsetzungsorientierte gesamtstädtische Entwicklungskonzepte, die als Handlungsgrundlage für die Planung dienen und Steuerungsfunktion für Umbaumaßnahmen übernehmen. 2004 wurde der Stadtumbau in das besondere Städtebaurecht des Baugesetzbuches übernommen.

Stadtentwicklungsplanung
Bestandsentwicklung

adapted from: Bodenschatz/ Kegler 2005; Schmidt-Eichstaedt 2005; BBR 2006a; BMVBS 2006



The term “Stadtumbau” (urban redevelopment) as used in Germany since the 1990s refers to adjustment of existing communities to urban shrinkage with respect to urban design, social structures, municipal and financial policy, and infrastructure. Changes in needs and supply in all areas of life have been caused by a decline in the German population due to outmigration and low birth rates. The aim of urban redevelopment in this sense is to maintain, strengthen, and develop the functional and performance capacity of cities under changing conditions. For this purpose, the federal government initiated the urban development promotion programme Urban Redevelopment East (Stadtumbau Ost) in 2002 and a comparable programme Urban Redevelopment West for West Germany in 2004. Urban redevelopment measures are introduced in areas severely affected by the loss of urban functions, where adjustments are needed to produce sustainable urban structures. Such measures are particularly needed in areas where a persistent surplus of physical structures, especially housing, has developed or is anticipated. The most important measures include the development and redesign of major housing estates on the urban fringe built between the 1960s and the 1980s, revitalisation of city centres, and the conversion of previously developed in-centre and edge-city sites. Measures and funding are contingent on implementation-oriented, citywide development concepts providing a basis on which to plan and steer regeneration. In 2004, urban redevelopment was included in the Federal Building Code under special urban planning legislation.

urban development planning
building stock development