Infrastruktur

 

Infrastruktur ist die Gesamtheit der materiellen, institutionellen und personellen Einrichtungen und Gegebenheiten, die der arbeitsteiligen Wirtschaft (Unternehmen, Haushaltungen, Behörden) zur Verfügung stehen. Es handelt sich um allgemein verwendbare notwendige Vorleistungen für Produktion und Konsum, die teilweise von öffentlicher Seite bereitgestellt werden. Als „technische Infrastruktur“ gelten Anlagen des Verkehrs, der Energie-, Wasser- und Abfallwirtschaft und der Nachrichtenübermittlung. Als „soziale Infrastruktur“ bezeichnet man dagegen Einrichtungen für Bildung, Kultur, Gesundheit und Freizeit. Im weiteren Sinne wird auch von immaterieller Infrastruktur gesprochen, unter dieser versteht man die Leistungspotentiale der Menschen in einer Volkswirtschaft (das „Humankapital“). Da Infrastruktur in vielen Fällen keinen direkten Gewinn abwirft, aber die Grundlage für gewinnorientiertes wirtschaftliches Handeln darstellt, wird ihre Bereitstellung und Unterhaltung traditionell als Aufgabe des Staates angesehen. Seit den 1990er Jahren kam es vielfach zu Privatisierungen öffentlicher Infrastruktur, wobei sich der Staat jedoch meist die Planungshoheit vorbehielt. Eine Ausstattung mit Infrastruktur ist eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen. Eine flächendeckende und alle Bevölkerungsgruppen erreichende Grundversorgung mit notwendiger Infrastruktur ist Ziel der Politik, was auch in privatisierten Märkten eine staatliche Mitfinanzierung erfordert. In Perioden des Wachstums oder Schrumpftums ist die Infrastruktur an die veränderten Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen.

Verkehrsplanung
Ver- und Entsorgung

adapted from: Frey, René L.: Infrastruktur, in: ARL, Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ed.): Handwörterbuch der Raumordnung, Hannover, 2005, p. 469-475.