Alternatives Wirtschaften – Abkehr von der Wachstumsgesellschaft

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Die grundlegende Idee der Arbeitsgruppe (AG) ist, alternative Wirtschaftsweisen in Beziehung zu räumlicher Planung und Entwicklung zu setzen. Dabei werden postwachstumsökonomische Konzepte, Initiativen, Projekte und Wirtschaftsformen in den Blick genommen, die sich explizit vom vorherrschenden, an materiell-quantitativen Indikatoren orientierten Wachstumsparadigma abwenden. Zudem wird das Verständnis von „Wirtschaft“ erweitert, indem neben formal verfassten, nach Marktprinzipien agierenden Unternehmen auch Formen der sozialen und solidarischen Ökonomie sowie andere private (z. B. häusliche Pflege) und kommunitäre (z. B. Nachbarschaftshilfe, Tauschringe) Aktivitäten einbezogen werden. Diese Aspekte sollen auch im Kontext der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Unsicherheiten und Veränderungen diskutiert werden. 

Die Arbeitsgruppe befasst sich inhaltlich mit beobachtbaren gesellschaftlichen Veränderungen und Trends anhand konkreter Projekte und Initiativen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Der Fokus liegt auf gemeinwohlorientierten Ansätzen und ihrem Beitrag zu gesellschaftlichem Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit im Handlungsfeld der räumlichen Planungspraxis. Diese Themen wurden noch einmal stärker durch die Covid-19-Pandemie in den Fokus der gesellschaftlichen Debatte gerückt. Ungeklärt ist, welche mittel- und langfristigen Impulse sich daraus für die Stärkung gemeinwohlorientierter Ansätze ergeben und welche Rolle die politische (Planungs-)Praxis dabei spielt. 

Folgenden Leitfragen wird in der AG nachgegangen:

  • Welche Initiativen und -projekte für ein alternatives (postwachstumsorientiertes) Wirtschaften gibt es im LAG-Gebiet (z. B. Upcycling, Reparatur-Cafés, Urban Gardening, Leerstandsumnutzung, Postwachstums-Tourismus)?
  • Inwieweit ist alternatives Wirtschaften in einer Wachstumsgesellschaft möglich bzw. was für eine gesellschaftliche Bedeutung und Tragweite haben diese Ansätze und Projekte?
  • Welche Impulse zum Umdenken und Veränderungsdynamiken haben sich durch die Covid-19-Pandemie gezeigt?
  • Inwieweit trägt alternatives Wirtschaften zu gesellschaftlichem Wohlergehen und sozial-ökologischer Gerechtigkeit bei bzw. begünstigt Exklusion und Verdrängung?
  • Inwieweit stehen alternative Wirtschaftsansätze im Widerspruch oder sind produktive Ergänzung zu Paradigmen und Praktiken der räumlichen Planung?
  • Was sind die Selbstverständnisse und Rollen von Planerinnen und Planern? Inwieweit befördern diese alternatives Wirtschaften bereits?

Verbindung Praxis und Wissenschaft 

Alternatives Wirtschaften ist bisher einerseits durch zahlreiche v. a. zivilgesellschaftliche Initiativen bereits gelebte Praxis und wird andererseits als ein akademischer Diskurs geführt. Anspruch der Arbeitsgruppe ist es, Akteure aus der administrativen Planungspraxis aktiv in die Diskussion miteinzubeziehen, um die aufgeführten Fragen im Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Planungspraxis und Wissenschaft zu bearbeiten.