02.06.2022

Missions for Sustainability – So war die internationale Tagung zu Chancen und Grenzen missionsorientierter Forschung

Wie kann missionsorientierte Forschung und Innovation nachhaltig gestaltet und umgesetzt werden? Und wie können diese Bemühungen mit unterschiedlichen Akteuren, über Politikfelder und Ebenen hinaus koordiniert werden? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der ersten internationalen Konferenz des Leibniz-Forschungsnetzwerks „Wissen für nachhaltige Entwicklung“.

Zur Bewältigung globaler Nachhaltigkeitsherausforderungen wie der Klimakrise werden systemische Innovationen dringend benötigt. Der Ansatz missionsorientierter Forschung und Innovation (F&I) verspricht, diesen Bedarf zu adressieren: Er stellt darauf ab, durch ein breites Portfolio inter- und transdisziplinärer Aktivitäten ehrgeizige und inspirierende gesellschaftliche Ziele innerhalb eines bestimmten Zeit- und Ressourcenrahmens zu erreichen.

Dennoch wirft die Gestaltung und Umsetzung missionsorientierter F&I auch neue Fragen auf. Insbesondere hinsichtlich ihrer Normativität, möglicher Zielkonflikte, geeigneter Governance-Formen, der Verantwortlichkeit der Akteure sowie mit Blick auf soziales Lernen bleibt zu klären, wie "Missionen" nachhaltig gestaltet werden können.

Am 5. und 6. Mai haben Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diese und weitere Fragen gemeinsam diskutiert, um die  Chancen, Herausforderungen und Grenzen missionsorientierter F&I kritisch auszuloten. Die Konferenz fand in einem hybriden Format statt und kombinierte Live-Vorträge in der Leibniz-Geschäftsstelle in Berlin mit einer Vielzahl interaktiver Online-Formate zu ausgewählten Themen und Problemen. Dabei wurde ein breites Spektrum von Anwendungsfeldern und Forschungsperspektiven betrachtet - von der Stadtentwicklung über die Wasserstoffwirtschaft und Bioökonomie bis hin zu der Entwicklung der Ozeane oder historischen "Missionen".

Während der erste Konferenztag das Konzept und Design des Missionsansatzes in den Blick nahm, ging es am zweiten Tag um dessen praktische Operationalisierung. Wichtige Impulse für die Diskussion gaben die Keynote-Vorträge von Dr. Lea Fünfschilling (Senior Lecturer am Centre for Innovation Research, Universität Lund) und Dr. Philippe Larrue (Policy Analyst im Direktorat für Wissenschaft, Technologie und Innovation, OECD). Die thematischen Schwerpunkte der Konferenz wurden zudem in zwei Podiumsdiskussionen weiter vertieft.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Planungen für einen weiteren Ausbau missionsorientierter F&I auf europäischer und auf Bundesebene wurden so eine Reihe konkreter Hinweise und Hypothesen für die nachhaltige Gestaltung von Missionen identifiziert. Diese beabsichtigt das Leibniz-Forschungsnetzwerk Wissen für nachhaltige Entwicklung, als Ergebnis der Konferenz in einem Positionspapier zusammenzufassen.

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Über das Leibniz-Forschungsnetzwerk Wissen für nachhaltige Entwicklung

Zum Leibniz Forschungsnetzwerk „Wissen für nachhaltige Entwicklung“ haben sich fünf Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft zusammengeschlossen. Sie bündeln damit ihre Kompetenzen, um den Nachhaltigkeitswissenschaften mehr Einfluss und Wirksamkeit zu verleihen. Alle zwei Jahre veranstaltet das Netzwerk eine internationale Konferenz. Ziel ist es zwischen Beteiligten aus Wissenschaft, Politik und Praxis in einem internationalen und transdisziplinären Umfeld einen Dialog zu ermöglichen, um zukünftige Orientierungen für Wissenschaft und Politik zu diskutieren. Die Konferenz am 5. und 6. Mai bildete den Auftakt der Konferenz-Reihe.

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