04.12.2019 Annika Mayer

Das Graduiertenkolleg »Mittelstadt als Mitmachstadt«

Das Kolleg befasst sich mit der zukünftigen Entwicklung von kleinen Mittelstädten in Deutschland (20.000 - 50.000 Einw.) und zielt darauf ab, für konkrete Innovations- und Transformationsanliegen dieser Städte Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen, (planungs-/verwaltungs-)kulturellen Wandel herbeizuführen und durch neue Formen des Stadtmachens und Mitmachens Impulse zu setzen.

Dazu werden drei mögliche Transformationsansätze genutzt:

  • Wandel über Orte und Räume
  • Wandel über Institutionen und Governance
  • Wandel über Prozesse und Dialoge.

Anfrage an kleine Mittelstädte (20.000-50.000 Ew.)

Was sind drängende Zukunftsfragen und Transformationsanliegen von deutschen kleinen Mittelstädten? Wir orientieren uns inhaltlich an den Handlungsfeldern der Stadtentwicklung, wie Wohnen und Arbeiten, Freiraum, Infrastruktur und Mobilität, sind aber thematisch nicht festgelegt, sondern mit sechs verschiedenen Lehrstühlen und Know-How in den Bereichen Architektur, Landschaftsarchitektur, Stadt-, Regional-, Raum- und Umweltplanung, Raumwissenschaften, Politik-/Verwaltungswissenschaften und Sozialwissenschaften breit aufgestellt. Wir suchen bis zu acht Mittelstädte, die bereit sind, das Kolleg mit ihren Fragen mitzugestalten, den Doktorierenden Zugang zu lokalen Akteursnetzwerken zu gewähren und sie zeitweise in die Praxis vor Ort einzubinden. Außerdem sollte ein Interesse am Austausch mit den anderen teilnehmenden Städten vorhanden sein.

Mehrwert für teilnehmende Mittelstädte

Die Kommunen profitieren auf vielfältige Weise von der Teilnahme am Kolleg: 

  • Inhaltlich: Unterstützung durch die Arbeiten der Doktorierenden und das Know-How der Institute in den oben genannten Bereichen, sowie durch Expertenwissen bei Mittelstadtkonferenzen. Projekte, welche die Lebensqualität in den Mittelstädten stärken können, werden durch inhaltliche Impulse angeschoben.
  • Organisatorisch: Verwaltungsmitarbeitende qualifizieren sich durch die Zusammenarbeit mit den Doktorierenden und die Teilnahme an Mittelstadtkonferenzen.
  • Kommunikativ: In einem deutschlandweiten Netzwerk kommen die Kommunen in den Dialog miteinander und können ihre Erfahrungen austauschen. Die Dialogkultur in der Kommune zum Thema Stadtentwicklung sowie die Vernetzung unterschiedlicher gesellschaftlicher und institutioneller Gruppen wird durch konkrete Mitmachaktivitäten gestärkt.

Kriterien für die Auswahl der Mittelstädte

  • Verortung der Mittelstädte: Voraussetzung ist die Einbettung in einen regionalen und ländlich geprägten Kontext. Die Mittelstädte sollen schon heute eine Ankerfunktion in der Region übernehmen.
  • Zukunftsfragen und Transformationsanliegen: Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass es konkrete und wissenschaftlich relevante Fragestellungen und Aufgaben räumlicher, prozessualer oder struktureller Art seitens der Kommune gibt, aus denen Entwicklungsperspektiven mit Vorbildcharakter entwickelt werden können. Das bedeutet, dass Lösungsansätze notwendig oder vorstellbar sind, die beispielhafte, innovative oder nachhaltige Züge aufweisen.
  • Stadtmachen und Mitmachen: Es kann vorteilhaft sein, wenn es in einer Kommune bereits Aktivitäten des Stadtmachens oder Mitmachens z.B. durch bürgerschaftliches Engagement gibt, an die angeknüpft werden kann. Aber auch das Fehlen dieser und die Notwendig zum Etablieren neuer Formen des Place-makings oder von Governance-Strukturen kann eine Herausforderung darstellen.
  • Realisierbarkeit: Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Kooperation mit den Doktorierenden und die Unterstützung bei Vor-Ort-Tätigkeiten (Kontakte herstellen, zeitweise Arbeit vor Ort ermöglichen…).
  • Auch wird die Bereitschaft zum Erfahrungsaustausch mit den anderen Mittelstädten erwartet.