27.11.2019

Fachtagung „AirportCity München und über den Tellerrand hinaus: Entwicklungen, Chancen und Defizite“ am 22.11.2019 am Flughafen München

Seit seiner Inbetriebnahme am neuen Standort 1992 verzeichnet der Flughafen München konstant wachsende Passagierzahlen, zuletzt waren es rund 46,3 Millionen Passagiere im Jahr 2018. Seither stellt der Flughafen München einen bedeutsamen Verkehrsknotenpunkt auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene dar und ist mittlerweile der Arbeitsort für rund 38.000 Erwerbstätige. Damit gehen Herausforderungen einher, die die Raumentwicklung und -planung auf verschiedenen Maßstabsebenen betreffen und eine integrierte Betrachtung und Steuerung der Entwicklung des Flughafenstandorts erfordern. Neben den Herausforderungen, die den Luftverkehr und Flughafenbetrieb an sich betreffen, etwa aufgrund der verstärkten Anforderungen des Klimaschutzes, stehen besonders auch die regionalen Verflechtungen des Flughafens im Fokus. Hierbei sind vor allem die Themen der verkehrlichen Erreichbarkeit über Straßen und Schiene, die Einbindung und Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren, sowie die bauliche Entwicklung vor Ort im „non-Aviation“ Bereich von Interesse.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) hat sich dieser Thematik angenommen und am 22. November 2019 mit Unterstützung des Regionalbüros der Flughafen München GmbH die Fachtagung „AirportCity München und über den Tellerrand hinaus: Entwicklungen, Chancen und Defizite“ veranstaltet.

ARL-Vizepräsident Prof. Dr. Axel Priebs wohnte der Veranstaltung bei und berichtete aus Geschäftsstelle und Präsidium / Foto: S. Görlich, Flughafen München GmbH Im Pressezentrum der Flughafen München GmbH referierten hierzu der langjährige Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh (Vorsitzender der Geschäftsführung, Flughafen München GmbH), Prof. Dr. Alain Thierstein (Lehrstuhl für Raumentwicklung, TU München), Stephan Sellmaier (Leiter Politische Beziehungen Bayern & Nachhaltigkeit, Lufthansa Airlines | Hub München) und Prof. Dr. Gebhard Wulfhorst (Professur für Siedlungsstruktur und Verkehrsplanung, TU München).

Hierbei wurden sowohl Forschungserkenntnisse zu verschiedenen Aspekten der verkehrlichen Erreichbarkeit und Auslastung, als auch Zielsetzungen und Strategien zur zukünftigen Entwicklung des Flughafenstandorts vorgestellt. In einer Abschlussdiskussion diskutierten die Referenten mit Jochen Flinner (Konzernbeauftragter für die Flughafenregion der Flughafen München GmbH) und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung aus Raumforschung und -planung.

Die Referenten diskutierten mit Regionsbeauftragten Jochen Flinner (zw. v. li.), moderiert von LAG-Leiter Prof. Dr. Hubert Job (re.), zur zukünftigen Entwicklung des Flughafen Münchens /
Foto: S. Görlich, Flughafen München GmbH

Deutlich wurde hierbei, dass die normative Frage nach einer Erweiterung der Kapazitäten, welche in der Vergangenheit vor allem am Beispiel der dritten Start- und Landebahn kontrovers diskutiert wurde, und der zukünftigen Stellung des Flughafenstandorts München grundsätzlich durch die Politik zu beantworten sei. Insgesamt sei aber gerade die Landes- und Regionalplanung mit ihrer integrierten, fachübergreifenden Steuerung weiterhin gut geeignet und gefordert, die Entwicklungen und konkurrierenden Flächennutzungsansprüche in der Flughafenregion München raumverträglich zu koordinieren.

Damit unterstützt die Fachtagung auch vor dem Hintergrund teils aufwendiger und langer Planungs- und Genehmigungsverfahren den wichtigen fachlichen Austausch zwischen Planungsexpertinnen und -experten und dem Flughafen. Im Anschluss hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, den Flughafen im Rahmen einer Rundfahrt zu besichtigen.