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Energiewende zwischen Planung und Umsetzung

© Thaut Images – fotolia.comRichtungswechsel in der Politik sind vom Grundsatz her nicht übermäßig ungewöhnlich. In Bezug auf die Frage nach der Nutzung von Atomenergie hat die schwarz-gelbe Koalition allerdings, im Zuge der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011, einen markanten Richtungswechsel vollzogen: Bis 2022 soll der stufenweise Atomausstieg erfolgen und der Anteil erneuerbarer Energien drastisch erhöht werden. Die Energiewende stellt damit eine entscheidende Herausforderung dar, deren Ziele national aufgestellt wurden, deren Umsetzung aber auf Länderebene und letztendlich auf lokaler Ebene erfolgen muss – und entsprechend große Virulenz für die Raumplanung besitzt. Vor diesem Hintergrund rückte die Landesarbeitsgemeinschaft Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland den Stand der Energiewende in den drei Bundesländern bei der 123. Sitzung am 17. Juni 2013 in Frankfurt am Main in den Fokus.

Energiewende: Führende raumwissenschaftliche Forschungs- und Beratungsinstitute fordern eine stärkere Rolle der Raumordnung und Regionalplanung

Die von der Bundesrepublik angestrebte Energiewende hat einen weitreichenden Umbau der lokalen, regionalen, nationalen und zum Teil auch internationalen Systeme der Energieerzeugung, der Energieverteilung und der Speicherung von Energie zur Folge. Die Standorte regenerativer Energieerzeugung sind andere als die Standorte atomarer und fossiler Energieerzeugung. Das Standortpotenzial von Räumen verändert sich: Einige Orte und Regionen profitieren, andere verlieren. Mit der Neujustierung zwischen zentraler und dezentraler Energieversorgung verändert sich auch die Beziehung zwischen Räumen, zum Beispiel zwischen Stadt und Land. Die Folgen für Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Infrastruktursysteme sowie für Standorte und Siedlungsstrukturen wurden bei der Gestaltung der Energiewende bislang nicht ausreichend berücksichtigt, so die Vertreter des 11R-Netzwerkes, dem Zusammenschluss der führenden raumwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstitute in Deutschland. In ihrem Positionspapier „Räumliche Implikationen der Energiewende“ fordern sie eine stärkere Rolle der Raumordnung und Regionalplanung bei der Gestaltung der Energiewende. Nur so können die Folgen der Energiewende für die Entwicklung und Nutzung von Räumen und daraus resultierende Raumnutzungskonflikte frühzeitig erkannt, abgewogen und koordiniert werden. Bei der Beteiligung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft können Raumordnung und Regionalentwicklung mit ihren Erfahrungen in Abwägungsprozessen einen wichtigen Beitrag leisten.

Mitgliederversammlung des Jungen Forums und Wahl der Lenkungsgruppe

Das Präsidium der ARL hat im vergangenen Jahr eine Geschäftsordnung für das Junge Forum verabschiedet. Unter anderem ist darin festgelegt, dass Mitgliederversammlungen stattfinden sollen und eine Lenkungsgruppe eingesetzt wird. Am Ende der Tagung des Jungen Forums in Kaiserslautern wurde die erste Mitgliederversammlung anberaumt. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl der Mitglieder der Lenkungsgruppe.

Zur Wahl stellten sich als Leiterin Dr. Anna Growe (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), als Stellverteter(in) Katharina Pelka (Technische Universität Dortmund) und Dr. Patrick Küpper (Thünen-Institut für Ländliche Räume Braunschweig). Alle drei wurden einstimmig für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Die Lenkungsgruppe wird ergänzt durch den in der Geschäftsstelle der ARL für das Junge Forum zuständigen Mitarbeiter (Dr. Andreas Klee). Die Lenkungsgruppe hat unter anderem den Auftrag erhalten, einen Ort und ein Thema für die Jahrestagung 2014 zu finden, Anregungen für die Einrichtung von Arbeitsgruppen des Jungen Forums zu geben sowie die Interessen des Jungen Forums gegenüber der Geschäftsstelle und dem Präsidium der ARL zu vertreten.

Wie entwickelt sich der Wohnungsmarkt?

Trends und Probleme am Beispiel der Stadt Kiel

Blick über Kiel, Quelle: Landeshauptstadt KielDer Wohnungsmarkt ist in vielen deutschen Großstädten derzeit angespannt. Steigende Mieten und die Verdrängung von einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen werden längst nicht mehr nur von politisch links stehenden Initiativen oder einigen Stadtsoziologen als Problem angesehen: In der breiten (Medien-)Öffentlichkeit ist mittlerweile eine Debatte über „Wohnungsnot“ und „Immobilienspekulation“ entbrannt. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich die Landesarbeitsgemeinschaft Bremen/Hamburg/Niedersachsen/Schleswig-Holstein bei ihrer Frühjahrssitzung im Mai in Kiel mit dem thematischen Schwerpunkt „Wohnungsmarktentwicklung“. Am Beispiel der Stadt Kiel diskutierten die Mitglieder, welche Entwicklungstrends Wohnraumverknappung und steigenden Mieten zugrunde liegen und wie Städte auf die aktuellen Herausforderungen des Wohnungsmarktes reagieren können.

Wirtschaftsprofessor und ARL-Mitglied Theodor Dams gestorben

Im Alter von 91 Jahren ist am vergangenen Mittwoch der Freiburger Wirtschaftsprofessor Theodor Dams gestorben. Dams hat fünf Jahrzehnte lang die Arbeit der Akademie mitgestaltet und mit seiner breiten Fachkompetenz dazu beigetragen, dass sich die ARL Anerkennung erworben und Gehör verschafft hat. Besonders zu erwähnen sind seine Arbeiten zur Agrarpolitik, sein über 40-jähriges Engagement in der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg sowie sein besonderer Einsatz für die Beziehungen der Akademie zu Frankreich und Japan.

Der 1922 in Ginderich geborene Dams studierte Landbau- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn. Nach Promotion und Habilitation war er von 1959 bis 1965 Leiter der Abteilung für Regionale Wirtschaftspolitik der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Anschließend wechselte er als ordentlicher Professor an die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, wo er bis zu seiner Emeritierung Ordinarius für Wirtschaftspolitik und Direktor des Instituts für Entwicklungspolitik war. Die Universität Nagoya in Japan verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.

40 Jahre Regionalplanung in Süddeutschland – wohin soll die Reise gehen?

Gemeinsame Tagung der LAG Baden-Württemberg und Bayern am 10. und 11. Oktober in Ulm

Die Regionalplanung in Bayern und Baden-Württemberg wird 40 – ein Grund, die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen. Die Landesarbeitsgemeinschaften Bayern und Baden-Württemberg setzten sich auf ihrer gemeinsamen Sitzung am 10. und 11. Oktober 2013 in der Ulmer Handwerkskammer aber nicht nur mit der Vergangenheit der Regionalplanung auseinander, sondern auch mit deren Gegenwart und Zukunft. Hierbei rückte schnell die Raumentwicklung in den beiden Bundesländern in den Fokus.

Einfach abwarten… Und dann?

Nach der Begrüßung durch die LAG-Leiter Klaus Mandel, Regionalverband Heilbronn-Franken, und Dr. Jürgen Weber, Regierung von Niederbayern, stellte Dr. Hansjörg Bucher vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) einige Ergebnisse der Raumordnungsprognose 2030 des BBSR vor. Die Prognoseergebnisse in den Teilbereichen Bevölkerung, private Haushalte und Erwerbspersonen verdeutlichen, dass Bayern und Baden-Württemberg noch vergleichsweise gut dastehen. Aber obwohl die beiden Länder Spitzenplätze im bundesweiten Ländervergleich einnehmen und bis 2030 eine Stabilität in den Gesamtzahlen zeigen, wachsen zugleich die regionalen Disparitäten auf den Arbeits- und Wohnungsmärkten und in der Infrastrukturversorgung. Damit rückt die Leitvorstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in den Teilräumen in immer weitere Ferne. Der demografische Wandel erzeugt auch in Bayern und Baden-Württemberg einen immensen politischen Handlungsbedarf. Nach Buchers Einschätzung muss deswegen jetzt gehandelt werden. Es stelle keine Handlungsoption dar, bis 2030 zu warten, weil die Risiken „einer Notoperation aufgrund einer Sturzgeburt“ für die Gesellschaft zu groß sind, so Bucher.

Seit 50 Jahren Ordentliches Mitglied: Die Akademie gratuliert Dr. Hellmuth Bergmann zum Goldenen Jubiläum!

Vor gut fünfzig Jahren, auf der Mitgliederversammlung am 29. April 1963 in Kassel, wurde Dr. Helmuth Bergmann zum Ordentlichen Mitglied der ARL gewählt. Die Akademie gratuliert ihm herzlich zum goldenen Jubiläum und bedankt sich für seine lange Verbundenheit und sein außerordentliches Engagement!

Bergmann, geboren 23. Mai 1925 in Berlin, begann 1946 sein Studium der Landwirtschaft. Es folge 1959 die Promotion zum Doktor der Landwirtschaft. Nach mehrjähriger wissenschaftlicher Tätigkeit am Institut für Betriebswirtschaft der Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig-Völkenrode wechselte er zur Europäischen Investitionsbank (EIB) in Luxemburg. Dort war er von 1963 bis 1990 tätig, zunächst als beratender Ingenieur für den gesamten Agrarsektor einschließlich Forstwirtschaft, Fischerei und Nahrungsmittelindustrie und als Umweltbeauftragter, die letzten 14 Jahre war er Chefingenieur der EIB.

Neustart Arbeitskreis Planungstheorie

Am 27. Juni des Jahres ist der Arbeitskreis „Planungstheorien – Stand und Perspektiven“ an den Start gegangen. Die Gruppe um Prof. Dr. Thorsten Wiechmann hat sich zum Ziel gesetzt, eine aktuelle Bestandsaufnahme der internationalen Diskussion zur Planungstheorie zu erarbeiten. Damit will der AK einen Einblick in die Entwicklung der Planungstheorie geben, eine Grundlage für weiterführende Fachdiskurse legen und einen Beitrag zur konzeptionellen Debatte in den Planungswissenschaften leisten.

In einem ersten Arbeitsschritt werden die wichtigsten planungsthe oretischen Publikationen in einem „State-of-the-Art“-Bericht zusammengetragen und einer kritischen Kommentierung unterzogen. Darin wird die Entstehung und Wahrnehmung wichtiger Teildiskurse und Metaerzählungen nachgezeichnet und interpretiert. Die kommentierende Einordnung erfolgt aus deutscher Perspektive und konzentriert sich auf vier Themenbereiche: Neo-Institutionalismus/Governance, Wende zur Planungskultur, kommunikative/argumentative Wende und strategische Wende.

Resilience in Urban and Regional Development. From Concept to Implementation

International Conference, 27/28 March 2014 in Berlin

Call for Abstracts

In contrast to sustainability, the definition of resilience relates to the ability of ecosystems to absorb shocks and disruptions and to maintain central functions in a system to the greatest possible extent even when exposed to stress. Of significance here is not only the development of robust and resistant structures, but also the establishment of a regional system with a high level of adaptive capacity that can both reactively and proactively adjust to changing framework conditions. A resilient urban region is characterised particularly by ecological, economic and social integrity.