Wohnen in Kleinstädten
Immobilienmärkte, Segregationsmuster und Wohnpraktiken
Laufzeit: 2025-2028
Angesichts der angespannten Wohnungsmarktlage vieler Großstädte und der (politischen) Hoffnungen, die sich auf leerstehenden Wohnraum und die Baulandreserven kleinerer Städte richten, wird die Wissens- und Forschungslücke bezüglich der Wohnmuster und Immobilienentwicklungen in Kleinstädten immer offensichtlicher. Zwar hat die kleinstadtbezogene Stadt- und Raumforschung im deutschsprachigen und im europäischen Kontext in den vergangenen Jahren einen deutlichen Aufschwung erfahren, doch sind wohnspezifische Daten unterhalb der Ebene von Kreisen und kreisfreien Städten weiterhin nur sehr selektiv und eingeschränkt vorhanden. Zudem werden Segregationsmuster und die Wohnpraktiken unterschiedlicher Sozial- und Altersgruppen bislang wenig thematisiert. Wenn aber knapp 30 Prozent der Bevölkerung Deutschlands in Kleinstädten leben – etwa genauso viele wie in Großstädten oder Mittelstädten –, dann verdienen das Thema Wohnen ebenso wie seine sozialen und räumlichen Implikationen dezidierte raumwissenschaftliche und planungspraktische Aufmerksamkeit.
Die komplexen Wirkungen der gesamtgesellschaftlichen sozialen, demographischen, wirtschaftlichen und räumlichen Trends nehmen – so die Ausgangsthese des Arbeitskreises – auch auf kleinstädtischen Wohnungs- und Immobilienmärkten zu. Der Mangel an deutschlandweiten Untersuchungen ebenso wie an kleinräumigen vergleichenden Fallstudien über kleinstädtisches Wohnen führt dazu, dass nicht nur für die Raumwissenschaften, sondern auch für Kommunen, Immobilienentwickler, Wohnungsunternehmen und politische Entscheider eine „Black Box“ besteht.
Themenfelder und Ziele
Das allgemeine Wissensdefizit zum Thema Wohnen in Kleinstädten war der zentrale Impuls für die Gründung des neuen Arbeitskreises. In der ersten Sitzung wurden drei Schwerpunktthemen für die Anfangsphase festgelegt:
- Akteure, Märkte und sozialräumliche Ungleichheiten
- Stadtentwicklung und innenstädtisches Wohnen
- Wohnformen und -praktiken
Weitere wichtige Themenbereiche der zukünftigen Arbeit umfassen:
- Nutzbarkeit und Weiterentwicklung von (ggf. leerstehenden) Bestandsobjekten
- Wohnungspolitische Herausforderungen und Strategien von Kleinstädten
- geschlechter- und altersbezogene Wohnfragen, migrantisches Wohnen
Mit der Bearbeitung dieser Themenfelder möchte der Arbeitskreis wohn- und kleinstadtbezogene Wissensdefizite und Forschungslücken interdisziplinär, multimethodisch und unter Berücksichtigung internationaler Forschungsbemühungen beheben. Zugleich möchten wir die Aufmerksamkeit von Politik und Planungspraxis für das ebenso umfassende wie unbekannte Thema „Kleinstadtwohnen” mit seinen Potenzialen, Restriktionen und Herausforderungen erhöhen. Im Ergebnis der dreijährigen Arbeit des Arbeitskreises sollen mehrere Publikationen sowie Beiträge für nationale und internationale Konferenzen der Stadt-, Wohn- und Raumforschung entstehen.

