Räumliche Auswirkungen der internationalen Migration

Leitung: 
Geschäftsstelle der ARL: 

Internationale Wanderungen üben seit langem einen erheblichen Einfluss auf die Raum- und Siedlungsentwicklung in Deutschland und Europa aus. Sie werden zu einer fortschreitenden Heterogenisierung der Gesellschaft und zu wachsenden Anforderungen an die soziale Integration führen. In erster Linie werden hiervon die Kernzonen der großen Metropolregionen, aber auch andere großstädtische Agglomerationsräume betroffen sein.

Da Integration zuallererst auf (sub-)lokaler Ebene stattfindet, sind die Kommunen besonders betroffen und gefordert. Bei der Bearbeitung der Thematik wird von verschiedenen Fachaspekten ausgegangen, die zentrale Bedeutung für den Erfolg oder das Scheitern von Integrationsprozessen besitzen: Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, öffentlicher Raum und soziale Infrastruktur.

Darüber hinaus ist es erforderlich, die Untersuchungen auf verschiedenen räumlichen/raumpolitischen (Handlungs-)Ebenen durchzuführen. Zwar spielen sich Integrationsprozesse primär auf der lokalen Ebene und hier wiederum im Stadtteil oder im Quartier ab; gleichwohl ist jedoch die regionale Ebene einzubeziehen; auch für sie sind Konzepte und Maßnahmen zu erarbeiten. Und selbst auf der großräumigen Betrachtungsebene spielen Analysen und Handlungsansätze eine wichtige Rolle. So zeigen etwa europaweite Migrationsanalysen, dass die künftige Zuwanderung aus den Ländern in Mittel-, Südost- und Osteuropa aller Voraussicht nach stark überschätzt wird, nicht zuletzt deshalb, weil diese Länder eher zur demografischen Implosion neigen. Demgegenüber lässt eine interkontinentale Betrachtung erkennen, dass sich in Zukunft eher ein Zuwanderungsdruck aus Afrika und Asien aufbauen wird, mit völlig anderen Anforderungen an die Integration.

Mit dieser Thematik hat sich der ARL-Arbeitskreis beschäftigt. Die Mitglieder wurden über einen „Call for Membership“ für die Mitwirkung gewonnen. Die an verschiedenen fachlichen Fragestellungen orientierten Untersuchungen und Artikel sind so angelegt, dass sich aus ihnen zugleich wichtige Anhaltspunkte für regional- und lokal differenzierte migrationspolitische Handlungsstrategien ergeben. Der Arbeitskreis hat in den vergangenen zwei Jahren eine Reihe von Fachbeiträgen erarbeitet und intensiv diskutiert.