Geschichte der ARL

Geschäftsstelle der ARL: 

Die ARL verfolgt als raumwissenschaftliche Forschungseinrichtung das Ziel, ihre geschichtliche Entwicklung aufzuarbeiten.

Dazu gehört auch die Zeit des nationalsozialistischen Regimes.

Es ist unbestreitbar, dass die ARL faktisch und personell in einer (Rechts-)Nachfolge zur „Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung“ (RAG) steht.

Dies geht im Grunde daraus hervor, dass die ARL, die im Jahre 1946 gegründet wurde, bereits im Jahr 1960 das 25-jährige Bestehen nicht nur der Raumforschung, sondern auch der akademischen Institution der deutschen Raumforschung – der Akademie für Raumforschung und Landesplanung – in Hannover gefeiert wurde.

Ohne Wenn und Aber wurde seinerzeit die Akademie von Heinrich Hunke, von 1949 bis 1954 Generalsekretär und von 1960 bis 1964 Vizepräsident der ARL, als „Rechtsnachfolgerin der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung“ bezeichnet. Eine (selbst)kritische Reflektion zur politischen Ausrichtung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (RAG) unterblieb ebenso wie zu den nationalsozialistischen Verstrickungen von Akademiemitgliedern, von denen viele der RAG angehört hatten und einige an den Arbeiten zum „Generalplan Ost“ beteiligt gewesen waren.

Unter anderem die von der DFG initiierte Ausstellung „Wissenschaft – Planung – Vertreibung, der Generalplan Ost der Nationalsozialisten“ und in diesem Zusammenhang erschienene Veröffentlichungen haben einen zusätzlichen Anstoß gegeben, die eigene Geschichte aufzuarbeiten. Im Jahr 2008 veranstaltete die ARL zusammen mit dem BBR eine Tagung zum Thema „Geschichte der Raumplanung: vom Dritten Reich zur Bundesrepublik“.

2016 wurde ein Forschungsauftrag vergeben, mit dem Ziel, eine umfassende Aufarbeitung und Bewertung der „Übergangsjahre“ von RAG zu ARL nach den Maßstäben der historisch-kritischen Geschichtswissenschaft vorzunehmen mit dem Ziel, (Dis-)Kontinuitäten der Raumplanung und -forschung (personell, institutionell, konzeptionell und raumplanerisch) herauszuarbeiten.

Am 7. November 2019 werden im Alten Rathaus der Stadt Hannover die Ergebnisse dieser Untersuchung einem Fachpublikum vorgestellt.