Güterverkehr und Raumentwicklung

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Der weiterhin zu erwartende Anstieg des Güterverkehrs in den kommenden Jahren erfordert einen kreativen planerischen Umgang mit Logistikstandorten auf Ebene der Regionalplanung. Denn zum einen finden Ansiedlungsentscheidungen von Logistikunternehmen meist auf regionaler Ebene statt und weiterhin wird immer deutlicher erkennbar, dass Logistikimmobilien eine bedeutende und wachsende Rolle bei der Flächenanspruchnahme spielen. Aus Sicht der öffentlichen Hand sind die Standortentscheidungen für die verkehrsintensiven Wirtschaftszweige Produktion, Handel und Logistik aktuell vielmehr durch den interkommunalen Wettbewerb um Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen geprägt und werden vielfach an konkreten Einzelansiedlungen diskutiert, ohne dabei den Gesamtzusammenhang mit zu beachten. An dieser Stelle wird ein Mediator benötigt, der die unterschiedlichen Interessen bündelt und im Sinne der Region entscheidet.

Neben einer guten Verkehrsinfrastruktur spielen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Vernetzung dabei bedeutsame Rollen. Damit der Güterverkehr unter den gegebenen Umständen eine Zukunftsperspektive hat und seinen Beitrag für die Erreichung der sich verschärfenden Klimaziele leisten kann, muss Güterverkehr verstärkt als Planungsaufgabe auf regionaler Ebene verstanden werden. Derzeit ist der Güterverkehr nur unzureichend in die regionale Verkehrsinfrastrukturplanung und die Gewerbeflächenausweisung integriert. Das hat vielschichtige Auswirkungen auf die Raumentwicklung, Wirtschaftskreisläufe und verhindert eine nachhaltigere Ausrichtung des Verkehrssystems (z.B. im Hinblick auf Stärkung des Schienengüterverkehrs). Auch die rechtlich-planerischen Möglichkeiten sind derzeit nicht hinreichend und effizient ausgeschöpft. Ziel des Ad-Hock-Arbeitskreises ist es, einen Beitrag zur besseren Integration des Güterverkehrs in die Raum- und Verkehrsplanung zu leisten, um knappen Flächenressourcen Rechnung zu tragen und die Gesamtheit der Verkehrsinfrastruktur abgestimmt und optimal zu nutzen. Dadurch soll ein Rahmen für die Integration kommunaler Planungen gesetzt werden, ohne in die kommunale Handlungsfreiheit einzugreifen. 

Im Rahmen aktueller Studien werden derzeit neue Methoden zur Gewinnung von Daten und kreative Lösungsansätze für den Güterverkehr unter Einbeziehung der Regionalplanung entwickelt, die zur Gestaltung verkehrsträgerübergreifender Netze des Güterverkehrs praxisgerecht angewendet werden sollen. Die Mitglieder des geplanten Ad-Hock-Arbeitskreises aus Wissenschaft und Praxis, sollen sich in zwei Sitzungen über ihren Erfahrungsstand zu dem Thema austauschen, um spezifische Handlungsbedarfe zu identifizieren. In einem Positionspapier sollen auf dieser Grundlage Leitbilder und planungsorientierte Handlungsziele für eine integrative Entwicklung des regionalen Güterverkehrs entwickelt werden.