ARL-Bausteine für einen raumverträglichen Netzausbau

Geschäftsstelle der ARL: 

Im Sommer 2011 wurde ein umfangreiches Gesetzespaket zur Umsetzung der Energiewende beschlossen. Ein Kernelement ist der beschleunigte Ausbau des Stromnetzes durch ein koordiniertes Vorgehen in der gesamten Prozesskette von der Bedarfsfeststellung bis zur abschließenden Inbetriebnahme. Die ersten Schritte zur Bedarfsfeststellung sind getan (Szenarien, gemeinsamer Netzentwicklungsplan der vier Übertragungsnetzbetreiber).

Den Entwurf für den vom Bundesgesetzgeber zu beschließenden verbindlichen Bedarfsplan will die Bundesnetzagentur noch in diesem Jahr der Bundesregierung vorlegen. Der Bedarfsplan wird die erforderlichen Ausbaumaßnahmen für das Übertragungsnetz mit den jeweiligen Anfangs- und Endpunkten festlegen, aber noch nicht die für die Neubaumaßnahmen zu ermittelnden Trassenkorridore.

Dies ist gemäß § 4 NABEG Aufgabe der Bundesfachplanung, einer Raumverträglichkeitsprüfung, die dem Raumordnungsverfahren nach § 15 ROG nachgebildet ist, aber (anders als ein Raumordnungsverfahren) mit verbindlichen Vorgaben für das nachfolgende Planfeststellungsverfahren endet. Sie geht inhaltlich – anders als der Name suggeriert – weit über eine reine Fachplanung hinaus, u.a. da es Raumordnungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfung zusammenfasst.

Ziele und Adressaten der Bausteine

Die Akademie will praxisorientierte Hilfestellungen für eine raumverträgliche Planung der Ausbaumaßnahmen für das Übertragungsnetz geben. Das Augenmerk liegt dabei auf der Bundesfachplanung nach dem NABEG. Die zu gewinnenden Erkenntnisse werden in Teilen aber auch für das Verteilernetz anwendbar sein.

Mit den Bausteinen wird folgendes Ziel verfolgt:

  • Erarbeitung von konkreten, praxisorientierten Empfehlungen zu einer allseitigen Akzeptanzverbesserung bei gleichzeitiger Straffung des Planungsprozesses auf der Grundlage bisheriger Erfahrungen bei der Planung für trassengebundene Vorhaben.

Die Bausteine richten sich hauptsächlich an die verfahrensleitende Behörde (BNetzA), sollen aber auch die Perspektive der Antragsteller (etwa im Hinblick auf Abschnittsbildung und Ausgestaltung der Antragsunterlagen) einbeziehen.

Vorgehensweise zur Erstellung der Bausteine

Praxisorientierte Empfehlungen können am ehesten anschauliche Hilfestellungen liefern, wenn aus einem Bestand von auszuwertenden „Best-Practise-Beispielen“ geschöpft oder aus früheren Fehlern gelernt wird. Auf die Ableitung theoriebasierten Wissens wird hier verzichtet. Die Erarbeitung der Bausteine basiert auf drei Leistungssäulen:

  • Auswertung der positiven sowie auch negativen Erfahrungen der zuständigen verfahrensleitenden Behörden mit raumbedeutsamen Trassenplanungen für Infrastrukturgroßprojekte (z.B. Fernstraßen, Hochspannungsfreileitungen).
  • Der Bearbeiter wird eigene Erfahrungen aus dem Themenbereich und solche von Vorhabenträgern mit einbringen.
  • Auswertung relevanter Literatur

Die Bausteine werden durch die Fichtner-Gruppe erarbeitet. Dem Bearbeitungsteam steht eine Lenkungsgruppe der Akademie zur Seite, die den Arbeitsprozess in enger Abstimmung begleitet, an dem Entwurf der Bausteine mitwirkt und die inhaltliche Letztverantwortung trägt.

Bearbeitungszeitraum

Die Bausteine werden innerhalb von vier Monaten erstellt. Die Bearbeitung hat im Januar 2013 begonnen.

Auftragnehmer (Firma Fichtner)

Projektdirektor: Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Tietz
Projektleiter: Dipl.-Geogr. Michael Stumpp
Marina Bromkamp
Dipl. Landschaftsplaner/Dipl.-Wirtsch.-Ing. Henning Benz

Expertenteam der ARL

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, Technische Universität Clausthal
Co-Leitung: MinDir. a.D. Dr.-Ing. Bernhard Heinrichs, Vizepräsident der ARL
MinD. a.D. Dr. Peter Runkel, Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen
Dipl.-Ing. Wolfgang Neldner, Neldner Consult
Dipl.-Ing. Benedikt Stratmann, BNetzA
Dipl.-Ing Christian Koch, BNetzA
Dr. Martina Hülz, Referatsleiterin der ARL
Dr. Andreas Stefansky, Referatsleiter der ARL