Suburbanisierung

 

Der Begriff Suburbanisierung beschreibt den Prozess der Verlagerung von Bevölkerung und Arbeitsplätzen aus der Kernstadt einer Stadtregion in ihr suburbanes Umland. In den Großstädten der westlichen Welt erfolgte die Suburbanisierung seit dem späten 19. Jahrhundert in mehreren Wellen. Suburbanisierung steht in engem Zusammenhang mit Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl vom ÖPNV hin zum Automobil sowie mit sozialräumlichen Segregationsprozessen (soziale Entmischung der Bevölkerung). Durch die geringere Nutzungsdichte suburbaner Wohn- und Gewerbestandorte sind Flächenverbrauch, Zersiedelung und Zunahme des Automobilverkehrs Folgen der Suburbanisierung. Während bei der Suburbanisierungswelle im westlichen Deutschland ab etwa 1960 die „Stadtflucht“ der Bewohner der des Gewerbes vorausging, verlief die „nachholende Suburbanisierung“ in den östlichen Bundesländern ab 1990 umgekehrt, hier waren großflächige Einzelhandelseinrichtungen die Pioniere der Suburbanisierung, bevor die Wohnfunktion nachzog. In den letzten Jahrzehnten verlagern sich Suburbanisierungstendenzen vor allem hinsichtlich der Wohnfunktion in immer stadtfernere ländliche Räume, diesen Prozess bezeichnet man als Exurbanisierung oder Periurbanisierung.