Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen

 

Die Herstellung von gleichwertigen Lebensbedingungen ist eine zentrale Leitvorstellung des Bundes und der Länder zur gleichmäßigen Entwicklung ihrer Teilräume und ist als solche in §1 Abs. 2 des Raumordnungsgesetzes verankert. Ziel ist, in allen Teilen des Landes Lebensbedingungen zu schaffen oder zu erhalten, die sich, bezogen auf Gegebenheiten des Teilraumes, in ihrem Wert entsprechen. Gleichwertig heißt damit nicht gleich, was weder machbar noch sinnvoll wäre. Inhaltlich betreffen die Lebensbedingungen alle Lebensbereiche, somit die gesamte Infrastruktur wie auch die wirtschaftliche Entwicklung. Faktisch kommt die Politik der gleichwertigen Lebensbedingungen in erster Linie dem ländlichen Raum zugute, da er im Regelfall strukturellen Nachholbedarf gegenüber den Verdichtungsräumen aufweist. Grundsätzlich kann jedoch bei problematischen Strukturen auch in Verdichtungsräumen Handlungsbedarf im Sinne gleichwertiger Lebensbedingungen gegeben sein. Die Diskussion um die Aufrechterhaltung des Leitbilds in Zeiten knapper öffentlicher Ressourcen ist eine der zentralen aktuellen Fragestellungen der Raumordnung. Als Alternative wird eine Konzentration der Förderinvestitionen auf Wachstumskerne diskutiert, deren Dynamik auch auf periphere Regionen ausstrahlen und diesen so indirekt zugute kommen soll.

Raumordnungsgesetz
Verflechtungsbereich

adapted from: ARL - Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ed.): Planungsbegriffe in Europa, Deutsch-Französisches Handbuch der Planungsbegriffe, as at 2002, unpublished.