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Taiwanesischer Gast in der ARL-Geschäftsstelle

Kuei-Lin ChangVon Oktober bis November 2013 war Kuei-Lin Chang zu Gast in der Geschäftsstelle der ARL in Hannover. Chang hat Verkehrs- sowie Stadt- und Regionalplanung in Thailand und in den USA studiert.

Er war achtzehn Jahre als leitender Stadtplaner der Stadt Taipei tätig, anschließend über zwanzig Jahre als Generaldirektor im Rat für Planung und Ökonomische Entwicklung, der das taiwanesische Kabinett berät. Wegen seiner zahlreichen Fortbildungs- und Arbeitsaufenthalte in Deutschland hat Chang hier bereits viele Kontakte zu Fachleuten aus der Raumwissenschaft und zu Planungseinrichtungen.

Beeinflusst von seinen Aufenthalten in Frankfurt und im Ruhrgebiet, hat Chang einige Instrumente der deutschen Stadtplanung, wie z.B. die Planung von Großprojekten, nach Taiwan gebracht. In Taipei hat er die erste Fußgängerzone Taiwans geplant.

Land ist das Öl der Zukunft

Die vielfältigen Anforderungen an die Landnutzung, wie z.B. die Produktion von Nahrungsmitteln, das Siedlungs- und Verkehrsflächenwachstum oder die Sicherung natürlicher Ressourcen, müssen von der Landes-und Regionalplanung aufeinander abgestimmt werden. Auf Grund sich verändernder Rahmenbedingungen – die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende etwa – rücken hierbei Landnutzungskonflikte stärker in den Vordergrund und immer häufiger müssen konkurrierende Nutzungsinteressen ausgeglichen werden. Der „ländliche Raum im Spannungsfeld zwischen Bewahrung und Wandel der Landnutzung“ war deswegen Thema und Titel der diesjährigen Thüringer Regionalplanertagung, die am 26. und 27. September 2013 auf dem Burghof Kyffhäuser stattfand.

Geoforum 2013: Raumordnung für den tiefen Untergrund Deutschlands

Geoforum 2013Die Vortragsveranstaltung, die am 11. November 2013 im Geozentrum Hannover stattfand, gemeinsam ausgerichtet von der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien (AGG) und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), diente als Plattform zur Meinungsbildung für eine zur Diskussion stehende Raumordnung für den tiefen Untergrund Deutschlands.

An die Ressource “unterirdischer Raum“ werden in Deutschland bereits heute vielfältige Nutzungsansprüche gestellt.

Diese werden künftig weiter zunehmen. Unterirdische Räume werden neben den bisher praktizierten Nutzungen wie Grundwassergewinnung, Gewinnung tiefliegender Rohstoffe (Mineralische und Energie-Rohstoffe), Untertagedeponien, Erdgas- und Erdölspeicherung und Nutzung von Thermalwasser auch zur Realisierung der klima- und energiepolitischen Ziele von Bund und Ländern im Rahmen der Umsetzung der Energiewende herangezogen.

Vernetzt!? Mensch – Raum – Infrastruktur

Herbsttagung des Jungen Forums NRW

Das Regierungsziel, den Strom in Deutschland bis zum Jahr 2050 nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, ist ambitioniert. Der dafür erforderliche Netzausbau stellt ein multidimensionales Handlungsfeld im Spannungsfeld von Mensch, Raum und Infrastruktur dar. Wie diese Aufgabe bewältigt werden kann und welche Rolle die Raumplanung dabei spielt bzw. spielen sollte, wurde von rund 30 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern auf der Herbsttagung des Jungen Forums NRW am 27. September 2013 in Münster diskutiert.

Energiewende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu Beginn erläuterte Tobias Brandt von der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahn die Rolle und Aufgabe der Bundesnetzagentur, den rechtlichen Kontext und den komplexen Beteiligungs- und Planungsprozess des Netzausbaus. Dr.-Ing. Jörg Fromme (TU Dortmund) ordnete anschließend den Netzausbau in den Rahmen und in die historische Entwicklung der Energiewende ein und beleuchtete die technischen Potenziale. Ein sehr wichtiger Punkt beim Ausbau des Stromnetzes ist das Thema „Akzeptanz“. Dr. Peter Ahmels (Deutsche Umwelthilfe e. V.) befasste sich deswegen in seinem Vortrag mit den Auswirkungen des Netzausbaus auf die betroffene Bevölkerung und mit der Bürgerbeteiligung. Anhand des Projekts „Bürgerdialog: Netzausbau an der Westküste“ in Schleswig-Holstein stellte er eine sehr dialogorientierte Form der Bürgerbeteiligung vor. Als Erfolgsfaktoren für die Bürgerbeteiligung nannte er die klare Darstellung des Planungsstandes, die Wahl einer Vertrauensperson, die Visualisierung von Planungsaspekten, die Anwesenheit von Fachleuten vor Ort und viel Raum für Diskussion.

International Summer School 2014

Global Urban Networks

San Francisco31 August to 3 September 2014, Loughborough (United Kingdom)

The theme: Global Urban Networks

Intensifying connections between cities are one of the key expressions of contemporary globalization. Myriad of overlapping and intersecting flows – of ideas, knowledge, people, money, transactions, goods – link not only major cities and city-regions, but an increasing number of diverse places, into expanding global economic, social, political, cultural and ecological circuits. Within these global urban networks, not all cities are equal: New York and London, for example, form a powerful central axis in contemporary economic globalization, while Nairobi and Geneva are important nodes in global civil society networks. Some cities – often called world or global cities – have become key strategic sites in the circuits of global capital, while others remain largely ‘off the map’ of dominant economic flows. Understanding the emergence, dynamics and geographies of multiple global urban networks has therefore become a key desideratum of urban research over the past two decades.

Energiewende zwischen Planung und Umsetzung

© Thaut Images – fotolia.comRichtungswechsel in der Politik sind vom Grundsatz her nicht übermäßig ungewöhnlich. In Bezug auf die Frage nach der Nutzung von Atomenergie hat die schwarz-gelbe Koalition allerdings, im Zuge der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011, einen markanten Richtungswechsel vollzogen: Bis 2022 soll der stufenweise Atomausstieg erfolgen und der Anteil erneuerbarer Energien drastisch erhöht werden. Die Energiewende stellt damit eine entscheidende Herausforderung dar, deren Ziele national aufgestellt wurden, deren Umsetzung aber auf Länderebene und letztendlich auf lokaler Ebene erfolgen muss – und entsprechend große Virulenz für die Raumplanung besitzt. Vor diesem Hintergrund rückte die Landesarbeitsgemeinschaft Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland den Stand der Energiewende in den drei Bundesländern bei der 123. Sitzung am 17. Juni 2013 in Frankfurt am Main in den Fokus.

Energiewende: Führende raumwissenschaftliche Forschungs- und Beratungsinstitute fordern eine stärkere Rolle der Raumordnung und Regionalplanung

Die von der Bundesrepublik angestrebte Energiewende hat einen weitreichenden Umbau der lokalen, regionalen, nationalen und zum Teil auch internationalen Systeme der Energieerzeugung, der Energieverteilung und der Speicherung von Energie zur Folge. Die Standorte regenerativer Energieerzeugung sind andere als die Standorte atomarer und fossiler Energieerzeugung. Das Standortpotenzial von Räumen verändert sich: Einige Orte und Regionen profitieren, andere verlieren. Mit der Neujustierung zwischen zentraler und dezentraler Energieversorgung verändert sich auch die Beziehung zwischen Räumen, zum Beispiel zwischen Stadt und Land. Die Folgen für Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Infrastruktursysteme sowie für Standorte und Siedlungsstrukturen wurden bei der Gestaltung der Energiewende bislang nicht ausreichend berücksichtigt, so die Vertreter des 11R-Netzwerkes, dem Zusammenschluss der führenden raumwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstitute in Deutschland. In ihrem Positionspapier „Räumliche Implikationen der Energiewende“ fordern sie eine stärkere Rolle der Raumordnung und Regionalplanung bei der Gestaltung der Energiewende. Nur so können die Folgen der Energiewende für die Entwicklung und Nutzung von Räumen und daraus resultierende Raumnutzungskonflikte frühzeitig erkannt, abgewogen und koordiniert werden. Bei der Beteiligung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft können Raumordnung und Regionalentwicklung mit ihren Erfahrungen in Abwägungsprozessen einen wichtigen Beitrag leisten.

Mitgliederversammlung des Jungen Forums und Wahl der Lenkungsgruppe

Das Präsidium der ARL hat im vergangenen Jahr eine Geschäftsordnung für das Junge Forum verabschiedet. Unter anderem ist darin festgelegt, dass Mitgliederversammlungen stattfinden sollen und eine Lenkungsgruppe eingesetzt wird. Am Ende der Tagung des Jungen Forums in Kaiserslautern wurde die erste Mitgliederversammlung anberaumt. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl der Mitglieder der Lenkungsgruppe.

Zur Wahl stellten sich als Leiterin Dr. Anna Growe (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), als Stellverteter(in) Katharina Pelka (Technische Universität Dortmund) und Dr. Patrick Küpper (Thünen-Institut für Ländliche Räume Braunschweig). Alle drei wurden einstimmig für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Die Lenkungsgruppe wird ergänzt durch den in der Geschäftsstelle der ARL für das Junge Forum zuständigen Mitarbeiter (Dr. Andreas Klee). Die Lenkungsgruppe hat unter anderem den Auftrag erhalten, einen Ort und ein Thema für die Jahrestagung 2014 zu finden, Anregungen für die Einrichtung von Arbeitsgruppen des Jungen Forums zu geben sowie die Interessen des Jungen Forums gegenüber der Geschäftsstelle und dem Präsidium der ARL zu vertreten.

Wie entwickelt sich der Wohnungsmarkt?

Trends und Probleme am Beispiel der Stadt Kiel

Blick über Kiel, Quelle: Landeshauptstadt KielDer Wohnungsmarkt ist in vielen deutschen Großstädten derzeit angespannt. Steigende Mieten und die Verdrängung von einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen werden längst nicht mehr nur von politisch links stehenden Initiativen oder einigen Stadtsoziologen als Problem angesehen: In der breiten (Medien-)Öffentlichkeit ist mittlerweile eine Debatte über „Wohnungsnot“ und „Immobilienspekulation“ entbrannt. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich die Landesarbeitsgemeinschaft Bremen/Hamburg/Niedersachsen/Schleswig-Holstein bei ihrer Frühjahrssitzung im Mai in Kiel mit dem thematischen Schwerpunkt „Wohnungsmarktentwicklung“. Am Beispiel der Stadt Kiel diskutierten die Mitglieder, welche Entwicklungstrends Wohnraumverknappung und steigenden Mieten zugrunde liegen und wie Städte auf die aktuellen Herausforderungen des Wohnungsmarktes reagieren können.

Wirtschaftsprofessor und ARL-Mitglied Theodor Dams gestorben

Im Alter von 91 Jahren ist am vergangenen Mittwoch der Freiburger Wirtschaftsprofessor Theodor Dams gestorben. Dams hat fünf Jahrzehnte lang die Arbeit der Akademie mitgestaltet und mit seiner breiten Fachkompetenz dazu beigetragen, dass sich die ARL Anerkennung erworben und Gehör verschafft hat. Besonders zu erwähnen sind seine Arbeiten zur Agrarpolitik, sein über 40-jähriges Engagement in der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg sowie sein besonderer Einsatz für die Beziehungen der Akademie zu Frankreich und Japan.

Der 1922 in Ginderich geborene Dams studierte Landbau- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn. Nach Promotion und Habilitation war er von 1959 bis 1965 Leiter der Abteilung für Regionale Wirtschaftspolitik der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Anschließend wechselte er als ordentlicher Professor an die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, wo er bis zu seiner Emeritierung Ordinarius für Wirtschaftspolitik und Direktor des Instituts für Entwicklungspolitik war. Die Universität Nagoya in Japan verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.