Räumliche Planung und Forschung nach 1945 – zwischen Technokratie und Demokratie
Tagung am 03. und 04. April 2014 in Bonn
Für die Zeit nach dem Wiederaufbau sind in Europa die Ausrichtung und die Konzepte von Raumplanung und Raumforschung, einschließlich ihrer langfristigen Folgen, nur ungenügend wissenschaftlich aufgearbeitet. Dieses Defizit verwundert angesichts der Relevanz und Wirkung historischer und heutiger Maßnahmen – in Deutschland und seinen Nachbarländern –, den gesellschaftlichen Raum offen und demokratisch planend zu gestalten. Regionaler und sozialer Ausgleich, Optimierung des Verkehrs, Wirtschaftsförderung zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit, Schaffung von Freizeitmöglichkeiten und schließlich Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen – zuletzt gebündelt im Konzept der Nachhaltigkeit – waren und sind nur einige planerische und politische Zielvorstellungen, die nach 1945 mit räumlicher Planung und Forschung verbunden werden.
Den Teilnehmern wurde ein umfangreiches Programm geboten: Es gab Fachvorträge zum System der Raumordnung der Bundesrepublik Deutschland, zur transnationalen Zusammenarbeit im Bereich der Klimafolgenanpassung, zur Raumordnungspolitik und -planung für die Energiewende sowie zum demographischen Wandel und zur Planung für die Ressource Braunkohle.
In diesem innovativen Themenbereich liegen noch Forschungsdefizite vor. Insbesondere eine gesundheitsfördernde Planung erfordert als Querschnittsthema eine multidisziplinäre Untersuchung und integrierte Politikansätze in der Umsetzung. Dafür ist es nötig, den fachlichen Austausch in diesem Themenbereich zu verbessern. Dies betrifft vor allem die Zusammenarbeit zwischen räumlicher Planung und Public Health, aber auch den transdisziplinären Austausch mit Praktikerinnen und Praktikern aus verschiedenen staatlichen, kommunalen, privaten und wohlfahrtsorientierten Institutionen.
