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Räumliche Planung und Forschung nach 1945 – zwischen Technokratie und Demokratie

Tagung am 03. und 04. April 2014  in Bonn

Für die Zeit nach dem Wiederaufbau sind in Europa die Ausrichtung und die Konzepte von Raumplanung und Raumforschung, einschließlich ihrer langfristigen Folgen, nur ungenügend wissenschaftlich aufgearbeitet. Dieses Defizit verwundert angesichts der Relevanz und Wirkung historischer und heutiger Maßnahmen – in Deutschland und seinen Nachbarländern –, den gesellschaftlichen Raum offen und demokratisch planend zu gestalten. Regionaler und sozialer Ausgleich, Optimierung des Verkehrs, Wirtschaftsförderung zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit, Schaffung von Freizeitmöglichkeiten und schließlich Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen – zuletzt gebündelt im Konzept der Nachhaltigkeit – waren und sind nur einige planerische und politische Zielvorstellungen, die nach 1945 mit räumlicher Planung und Forschung verbunden werden.

Ortskerne zukunftsfähig entwickeln

Mitte Februar fand die Abschlussveranstaltung des Zukunftsfonds Ortskernentwicklung mit rund achtzig Teilnehmenden in Osnabrück statt.

Der Landkreis Osnabrück ist mit dem Zukunftsfonds eine Fallregion der Arbeitsgruppe „Die Funktion der Ortskerne für die Stabilisierung zentraler Orte“ der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL). Daher war die ARL Kooperationspartner der Abschlussveranstaltung.

Die Leiterin der Landesarbeitsgemeinschaft Bremen/Hamburg/Niedersachsen/Schleswig-Holstein Dr. Martha Pohl sprach ein Grußwort. Hier finden Sie einen Bericht über die Veranstaltung (PDF).

Fachtagung: Raum-Planung-Zukunft

Handlungsebene Region

17.03.2014 in Bochum

Seit über zwei Jahrzehnten wird in raumwissenschaftlichen und raumplanerischen Diskursen ein Bedeutungsgewinn der regionalen Ebene festgestellt. Dafür werden vielfältige Gründe angeführt: Suchräume für Wohnstandortentscheidungen von Haushalten und Ansiedlungsentscheidungen von Unternehmen sind nicht mehr einzelne Gemeinden, sondern überörtliche Raumgebilde. Im Alltag der Haushalte ist eine Regionalisierung der Lebensweisen sowohl in ländlichen wie auch in städtischen Räumen zu beobachten. Finanzielle Engpässe und ausdifferenzierte Anforderungen zwingen Kommunen regelrecht zur interkommunalen Zusammenarbeit in unterschiedlichsten Kooperationsformen. Das hat zu einer kaum noch überschaubaren Vielfalt interkommunaler und regionaler Organisationsformen geführt (wie sich besonders gut in NRW beobachten lässt), selten nur zu klar strukturierten Organisationen wie der Region Hannover oder der Städteregion Aachen.

Wohnen und Wohnungsmärkte

Planerforum der Landesarbeitsgemeinschaft Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der Akademie für Raumforschung und Landesplanung

Montag, den 17. März 2014, im Cosmopolitan Restaurant & Konferenz, Im Hauptbahnhof 1, 60329 Frankfurt am Main (direkt im Hauptbahnhof, Anfahrtsbeschreibung für PKW unter www.cosmopolitan-frankfurt.de)

Wohnen und Wohnungsmärkte sind verstärkt in den Blickpunkt für die nachfragenden Haushalte und politischen Akteure gerückt. Je nach ökonomischer und demographischer Situation stellt sich die Situation auf den regionalen Wohnungsmärkten ganz unterschiedlich dar. Während in Ballungsräumen und Universitätsstädten große Nachfrage und Wohnungsknappheit herrscht, dominieren in peripheren Lagen die Themen Leerstand und mangelndes Marktgeschehen.

Raumentwicklung 3.0 – Thesen zur Zukunft der räumlichen Planung

Neu erschienen: Positionspapier 95 aus der ARL

Das Positionspapier wurde von den Mitgliedern des Organisationsteams der Jahrestagung 2012 des Jungen Forums der ARL „Raumentwicklung 3.0 – Gemeinsam die Zukunft der räumlichen Planung gestalten“ erarbeitet.

Chinesische Delegation in Hannover

Die internationale Zusammenarbeit der ARL mit China setzt sich fort: Vom 13.1. bis zum 15.1. hat erneut eine chinesische Delegation die Expertise der ARL-Geschäftsstelle zu Themen der Regionalplanung nachgefragt. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisierten deutsch-chinesischen Kooperationsprogramms „Regionale Wirtschaftsförderung Nordost“ hat die Delegation an einem dreitägigen Fortbildungsprogramm der ARL-Geschäftsstelle in Hannover teilgenommen.

von oben links: Andreas Stefansky, Anne Ritzinger, Martina Hülz, Jing Li,  Hui Jiang, Huajiang Wang, Evelyn Gustedt, Hans-Dieter FreyDen Teilnehmern wurde ein umfangreiches Programm geboten: Es gab Fachvorträge zum System der Raumordnung der Bundesrepublik Deutschland, zur transnationalen Zusammenarbeit im Bereich der Klimafolgenanpassung, zur Raumordnungspolitik und -planung für die Energiewende sowie zum demographischen Wandel und zur Planung für die Ressource Braunkohle.

Gegen den Strom – Einsatz der Raumpioniere

Wer will heutzutage noch aufs Land ziehen? Im Trend liegt momentan eher ein Umzug vom Land in die Stadt oder in den suburbanen Raum. In Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland mit der geringsten Bevölkerungsdichte und einer großen Anzahl kleinster Siedlungen, verursacht dieser Trend eine Menge Probleme. Der Bevölkerungsverlust von ca. 175.000 Einwohnern im Zeitraum von 2000 bis 2012 spricht für sich selbst. Vor allem die Jungen und Gebildeten wandern ab, und so gibt es leer stehende Häuser, leere Klassenzimmer und den kleinen Unternehmen fehlt die Kundschaft – das Leben auf dem Land verebbt.

Doch es gibt auch Leute, die gegen den Strom schwimmen und dem Trend nicht folgen: „Raumpioniere“ – so werden sie genannt. Sie ziehen in leer stehende Gehöfte und Siedlungsbereiche, bleiben in verfallenden Dörfern und versuchen, diese Orte durch Kreativität wieder mit Leben zu füllen. Sie ziehen oft mit romantischen Träumen aufs Land und wollen der Hektik und Anonymität der Großstadt entfliehen. Wie ergeht es ihnen auf dem Land und was können sie erreichen? Die Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Berlin / Brandenburg / Mecklenburg-Vorpommern wollten im Rahmen ihrer Herbstsitzung am 24. und 25. Oktober 2013 einige von ihnen und ihre Projekte kennenlernen. Deshalb fand die Herbstsitzung der LAG überwiegend in Form einer Exkursion durch das Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte statt.

KLIFF-IMPLAN auf der Zielgeraden

Projekt zur Klimafolgenforschung steht vor dem Abschluss

Die Arbeiten im vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten fünfjährigen Forschungsverbund „KLIFF – Klimafolgenforschung in Niedersachsen“ (www.kliff-niedersachsen.de) laufen zum Jahresende aus. Damit steht auch das im KLIFF-Verbund angesiedelte Forschungs- und Querschnittsthema „IMPLAN – IMplementierung von Ergebnissen aus KLIFF in der räumlichen PLANung in Niedersachsen“ (www.kliff-implan.de) vor dem Abschluss.

Logo und Projektpartner von KLIFF-IMPLAN

Die Aufgabe von IMPLAN war es, Erkenntnisse zu raumbezogenen Auswirkungen des Klimawandels und daraus resultierende raumrelevante Anpassungserfordernisse zu analysieren sowie die Möglichkeiten ihrer planerischen Instrumentierung zu untersuchen.

Planung für gesundheitsfördernde Stadtregionen

Neuer Arbeitskreis der ARL

Angesichts wachsender gesundheitlicher Ungleichheit in Quartieren, Städten und Stadtregionen und zunehmender Herausforderungen – z. B. durch Hitzestress und demografische Alterung – steht das Thema „Gesundheit“ aktuell weit oben auf der Agenda. Lebenswerte und somit auch gesunde Städte sind ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen räumlichen Entwicklung.

© Ella Sarkisyan – Fotolia.comIn diesem innovativen Themenbereich liegen noch Forschungsdefizite vor. Insbesondere eine gesundheitsfördernde Planung erfordert als Querschnittsthema eine multidisziplinäre Untersuchung und integrierte Politikansätze in der Umsetzung. Dafür ist es nötig, den fachlichen Austausch in diesem Themenbereich zu verbessern. Dies betrifft vor allem die Zusammenarbeit zwischen räumlicher Planung und Public Health, aber auch den transdisziplinären Austausch mit Praktikerinnen und Praktikern aus verschiedenen staatlichen, kommunalen, privaten und wohlfahrtsorientierten Institutionen.

Interview: Karrierewege nach der Promotion

Auf dem Doktorandentag haben wir die drei Referenten, Prof. Philip Goltermann, Dr. Stephan Löb und Dr. Marion Klemme, zu ihren persönlichen Werdegängen, zu einer Neuausrichtung der Promovierendenförderung sowie zu ihren Empfehlungen für Nachwuchswissenschaftler befragt. Das Gespräch führte Gabriele Schmidt.

Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Jutta Allmendinger, hat kürzlich gefordert, die Karriereförderung für Promovierende nicht mehr ausschließlich auf eine Laufbahn in der Wissenschaft auszurichten, sondern die Förderung auch auf andere Karrierewege auszudehnen und stärker den Kontakt zu Wirtschaft, Verbänden, Verwaltung, Politik und Medien zu suchen. Was halten Sie davon?