Wie gelingt Transformation in der Praxis?
Der neue Arbeitskreis der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft zur „Transformation als Herausforderung für politisch-administrative Praxis“ hat Anfang Mai 2026 seine Arbeit aufgenommen. In der Auftaktsitzung in Hannover trafen Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Fachplanung und intermediären Organisationen zusammen, um eine gemeinsame Perspektive auf transformative Planungspraxis zu entwickeln.
Im Mittelpunkt des ersten Erfahrungsaustausches und Kennenlernens stand die Beobachtung, dass viele Transformationsprozesse sehr komplex und mit großen Umsetzungsbarrieren konfrontiert sind. Zugleich werden bestehende Ansätze zurückentwickelt. Damit steht die Frage im Raum, welches Wissen benötigt wird, um institutionelle Routinen, Risikoaversion und begrenzte Handlungsspielräume neu zu denken.
Die Teilnehmenden diskutierten insbesondere Prozesse der Transformation „im Vollzug“: unbekannte improvisierte Lösungen, informelle Praktiken, Gelegenheitsfenster und sogenannte „Transformationsbricolagen“, die sich von linearen Planungsprozessen und ihren regulativen Steuerungsansätzen abheben. Verwaltung erschien dabei zugleich als Bremse und als zentraler Akteur des Wandels. Auch die unterschiedlichen Zeitlogiken von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit wurden als wesentliche Herausforderung benannt.
Der Arbeitskreis will zukünftig bewusst praxisnahe und experimentelle Formate bearbeiten – von Dialog- und Transferformaten bis hin zu Handreichungen und praxisorientierten Werkzeugen. Besonders wichtig wird dabei die Übersetzungsarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis werden. Offen bleibt jedoch: Welche Kompetenzen braucht transformative Planung künftig tatsächlich? Und wie können Institutionen handlungsfähiger werden, ohne demokratische Prozesse zu verkürzen? Die kommenden Sitzungen sollen hierfür gemeinsame Begriffe, Methoden und Beispiele weiter schärfen.
> Zur Seite des AK Transformation als Herausforderung für die politisch-administrative Praxis

