Themenheft zu Flächensparen in den Informationen zur Raumentwicklung erschienen
Seit Jahrzehnten wird in Deutschland zu viel Fläche verbraucht. Deshalb strebt die Bundesregierung an, die Flächenversiegelung zu reduzieren und Bodenressourcen zu schonen. Das Ziel, täglich weniger als 30 ha neu hinzukommende Siedlungs- und Verkehrsfläche zu beanspruchen, erweist sich jedoch als herausfordernd. Andere, nicht weniger wichtige Ziele stehen diesem Anspruch mitunter entgegen - etwa der hohe Bedarf an neuen Wohngebieten.
Auch aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ergeben sich diesbezüglich Zielkonflikte: Mindestens 80 % des deutschlandweit benötigten Stroms sollen spätestens 2030 aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Das setzt den Ausbau entsprechender Produktionsanlagen und Infrastrukturen voraus. Insbesondere Photovoltaik und Windenergie beanspruchen schon heute teils große Flächen. Auch deshalb wurde das ursprünglich für 2020 geplante Flächensparziel bisher nicht erreicht und auf 2030 verschoben. 2050 sollen sogar überhaupt keine neuen Flächen mehr für Siedlungs- und Verkehrszwecke herangezogen werden. Das wiederum erfordert eine nicht unerhebliche Transformationsleistung.
Warum ist es so wichtig, Fläche zu sparen - und inwiefern können die anspruchsvollen Flächensparziele tatsächlich erreicht werden? Die Autorinnen und Autoren des Themenhefts "30-ha-Ziel neu justieren? – Strategien, Konzepte, Methoden" der Zeitschrift Informationen zur Raumentwicklung (IzR) beleuchten diese und ähnliche Fragen aus unterschiedlichsten Perspektiven. Sie identifizieren und diskutieren relevante Herausforderungen und zeigen Lösungsansätze auf. Zudem betrachten sie soziale, ökonomische und ökologische Belange sowie politische Hintergründe und die historische Genese des 30-ha-Ziels. Ihre wertvollen Beiträge veranschaulichen nicht zuletzt, welche Maßnahmen hilfreich und erforderlich sein könnten, um unnötige Zersiedelung zu vermeiden und die Zukunft ebenso verantwortlich wie lebenswert zu gestalten.
Gemeinsam mit Peter Lacoere haben die Leiter des ARL-Arbeitskreises "Land Policies in Europe" Andreas Hengstermann und Thomas Hartmann, den Beitrag "Flächensparpolitiken in Europa" veröffentlicht. Der Artikel analysiert auf Basis des Ansatzes von Knoepfel et al. (2007) im Spiegel institutioneller Politikanalyse, wie Eigentumsverhältnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und planerische Narrative in sieben europäischen Ländern die Problemwahrnehmung, Ursachenzuschreibung und Interventionslogik der Flächensparpolitik strukturieren.
Aus dem ARL-Forum "Regionalplanung" ist der Artikel "Umsetzung des 30-ha-Ziels in der Raumordnung: Die Perspektive der Planungspraxis" erschienen. Der Artikel untersucht die Voraussetzungen für die Umsetzung quantifizierter Flächensparziele beispielhaft für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.
Hengstermann, Andreas; Lacoere, Peter; Hartmann, Thomas (2025): Flächensparpolitiken in Europa. Informationen zur Raumentwicklung, Band 52, Dezember 2025, Heft 2-3, S. 112-123. URL: https://biblioscout.net/article/99.140005/izr202502011201
Danielzyk, Rainer; Einig, Klaus; Ismaier, Florian; Schnurr, Tamara; Wilske, Sebastian (2025): Umsetzung des 30-ha-Ziels in der Raumordnung. Die Perspektive der Planungspraxis. Informationen zur Raumentwicklung, Band 52, Dezember 2025, Heft 2-3, S. 134-149. URL: https://biblioscout.net/article/99.140005/izr202502013401
Das gesamte Themenheft kann unter folgendem Link angesehen werden:
> Heft - Band 52, Dezember 2025, Heft 2-3 | BiblioScout

