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Thema Wirtschaft und Klimawandelanpassung

Call for Membership
Illustration im Papier-Cut-Out-Stil: Wellenförmige Ebenen in warmen Orange-, Sand- und Blautönen bilden eine Landschaft. Links pflanzt eine Person Setzlinge, daneben steht eine Person mit einem Klemmbrett. In der Mitte hält jemand ein Baby, während eine weitere Figur ein Messgerät liest. Rechts fahren ein Lastwagen und stehen Container sowie ein Kran vor einer großen blauen Welle. Darüber Sonne und Wolken. Die Szene symbolisiert wirtschaftliche Aktivitäten und Klimawandel.

Die ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft sucht engagierte Mitglieder für den neuen Arbeitskreis „Wirtschaft und Klimawandelanpassung“. 

Die ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft, Planungspraxis und Politik. Ihr Forschungs- und Arbeitsfeld umfasst Fragen nachhaltiger Raumentwicklung – hier verdichten sich zentrale gesellschaftliche Herausforderungen. Die Bearbeitung erfordert disziplinenübergreifende Kooperation und reflektierten Austausch zwischen wissenschaftlicher Analyse und planerischer bzw. politischer Praxis. Ein zentrales Anliegen der ARL ist es, raumbezogenes Wissen nicht nur zu bündeln, sondern originär zu erzeugen und über einen mehrdimensionalen Wissenstransfer wieder in wissenschaftliche Diskurse, die Planungspraxis und politische Entscheidungsprozesse einzubringen. 

Problemaufriss 

Anpassungen an den Klimawandel sind notwendig, das Wie wird wissenschaftlich und öffentlich breit diskutiert. Dabei wird zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung unterschieden, wobei Klimaschutz vor allem auf Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen und Klimaanpassung Maßnahmen wie Gesetzesänderungen, Regulierungen und Praktiken zum veränderten Umgang mit den Folgen des Klimawandels umfassen. Gerade im Bereich des Klimaschutzes konzentriert sich die Forschung vorrangig auf Maßnahmen großer, etablierter und konventioneller Wirtschaftsakteure. Die globale Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Ansätze ist jedoch höchst fraglich – wie die Diskussionen um Greenwashing und zweifelhafte Instrumente wie den CO2-Zertifikate-Handel verdeutlichen. 
Gleichzeitig bleibt die Klimawandelanpassung als komplementärer Ansatz in der Wirtschaftsgeographie konzeptionell und empirisch unterrepräsentiert, insbesondere fehlt der räumliche Blick auf Anpassungsstrategien verschiedener Akteur:innen. Die fehlende räumliche Perspektive auf lokale und regionale Wirtschaftszusammenhänge ist umso bedeutsamer, da der Klimawandel bereits heute spürbare Auswirkungen auf wirtschaftliche Strukturen und Praktiken hat – von veränderten Anbaubedingungen in der Landwirtschaft, über anfällige Lieferketten (z. B. durch niedrige Pegelstände von Wasserstraßen), Engpässen in der Energieversorgung (Brownouts) bis hin zu neuen Herausforderungen für Tätigkeiten vulnerabler Arbeitnehmer:innen, z. B. für Außenarbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft, dem Tourismus, dem Bauhandwerk sowie dem Bereich Transport und Logistik, . Das neue Bundesanpassungsgesetz bietet einen relevanten rechtlichen Rahmen für entsprechende Forschungsarbeiten. 

Ziele und geplante Ergebnisse des Arbeitskreises 

Am Beispiel ausgewählter und besonders vom Klimawandel betroffener Branchen (s. u.) werden aktuelle Anpassungsstrategien bewertet und praxisorientierte Kriterien für die Ausrichtung künftiger Strategien entwickelt. Eigens hierzu eingesetzte Dialogformate sollen eine enge Kooperation mit Verteter:innen aus Unternehmen, Wirtschaftsförderung, Branchenverbänden, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen ermöglichen. Konzeptionell sollen bestehende wirtschaftsgeographische und raumwissenschaftliche Ansätze für die Klimawandelanpassungsforschung weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse sollen sowohl wissenschaftlich als auch praxisorientiert aufbereitet werden (s. u. geplante Outputs). Durch diese Herangehensweise werden wirtschaftsgeographische Perspektiven auf Klimawandelanpassung gestärkt und praktische Anpassungsstrategien wissenschaftlich fundiert. 

Der Arbeitskreis soll vier ausgewählte Branchen (Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Bauhandwerk sowie Transport und Logistik) näher betrachten, die in besonderer Weise mit Fragen der Klimawandelanpassung konfrontiert sind. Konkrete Fallbeispiele/-regionen und Feldzugänge werden in Abhängigkeit von der Expertise der Mitglieder spezifiziert. Eher sektorenübergreifende bzw. transversale Fragen der Wirtschaftsförderung, der Regional- und Kommunalplanung (Gewerbeflächenentwicklung und Infrastrukturen), der Mobilität sowie der (Weiter-)Bildungssektor und demographische Aspekte stehen im Vordergrund. Dazu gehört auch die Rolle geschlechterspezifischer Faktoren (z. B. Exposition überwiegend weiblicher/männlicher Beschäftigter in bestimmten Branchen; Managementpraktiken und Strategieentwicklung in Unternehmen und Politik). 
Thematisch fokussiert der Arbeitskreis auf zwei im mitteleuropäischen Kontext zunehmend relevante Klimawandelfolgen, zum einen Hitzewellen und zum anderen das Thema Wasser in seinen verschiedenen Facetten (Meeresspiegelanstieg, Hochwasserereignisse, Sturzfluten, etc.), sowie deren Zusammenhänge (z. B. Wassermangel durch lange Hitzeperioden). Dabei werden sowohl produktionstechnische Aspekte (z. B. Vulnerabilität von Lieferketten und Produktionsanlagen, Nachfrageveränderungen) als auch Fragen der (gesundheitlichen) Belastung der im jeweiligen Sektor Beschäftigten betrachtet und gebotene Anpassungsstrategien erarbeitet. 

Der Arbeitskreis verfolgt einen multimethodischen und transdisziplinären Ansatz, der überwiegend qualitative, partizipative Methoden nutzt, wo sinnvoll, aber auch quantitative Elemente integriert. Dabei stehen Fallstudien im Vordergrund, die durch vergleichende Analysen ergänzt werden. Besonders spannend sind Wirtschaftsakteur:innen und Pionierregionen, die bereits innovative Anpassungsstrategien entwickelt haben. Partizipatives Forschen und Dialogformate nehmen eine weitere zentrale Rolle ein, wobei betroffene Akteur:innen von Anfang an einbezogen werden sollen. Dies ermöglicht nicht nur eine praxisnahe Forschung, sondern auch den direkten Transfer von Erkenntnissen in die Anwendung. 

Organisation 

Ein ARL-Arbeitskreis hat eine Laufzeit von maximal drei Jahren und trifft sich in der Regel zwei Mal im Jahr. Er soll maximal 12 Mitglieder umfassen. Neben der Zusammenarbeit von Vertreter:innen der Wirtschaftsgeographie und der Raum- und Umweltwissenschaften sollen auch Akteur:innen aus den o.g. Wirtschaftssektoren und aus der Planungspraxis als Mitglieder gewonnen werden, . um eine möglichst große Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven (Forschung, Unternehmen, NGOs, Verbände etc.) zu erzielen. Die Mitglieder leisten Beiträge zum Gesamtergebnis des Arbeitskreises und tragen zu einer allgemeinverständlichen Kommunikation der Ergebnisse bei. Zudem wird der Austausch mit Akteur:innen relevanter Projekte im In- und Ausland vorgesehen. Dazu besteht die Möglichkeit, diese zu Vorträgen einzuladen und/oder Kolloquien zu veranstalten. Auf diese Weise können gute Beispiele einbezogen werden. 
Reisekosten für die AK-Treffen werden seitens der ARL erstattet. Die konstituierende Sitzung des Arbeitskreises wird voraussichtlich im Frühsommer 2026 stattfinden. 

Die Leitung des Arbeitskreises übernimmt Professorin Dr. Amelie Bernzen (Vechta). 

Bewerbung 

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis haben, senden Sie uns bitte bis zum 16.01.2026 

Ihre schriftliche Bewerbung per E-Mail zu. Diese beinhaltet: 

  • eine kurze Skizze (500–800 Wörter) Ihrer inhaltlichen Bearbeitungsvorstellungen, die den Zusammenhang zu den Zielsetzungen und möglichen Arbeitsschwerpunkten des AK aufzeigt,
  • einen kurzen tabellarischen Lebenslauf sowie
  • max. fünf in diesem Zusammenhang relevante Publikationen (PDF) oder Berichte über bzw. Links zu angewandten Projekten, an denen Sie maßgeblich beteiligt waren. 

Bitte senden Sie Ihre Unterlagen an: sarah.trockel@arl-net.de. Für weitere Fragen stehen Ihnen Amelie Bernzen (amelie.bernzen@uni-vechta.de) als zukünftige Leiterin des Arbeitskreises und Martina Hülz (martina.huelz@arl-net.de) als Ansprechpartnerin und zuständige wiss. Referentin in der ARL-Geschäftsstelle gerne zur Verfügung. 

*** Wir freuen uns, wenn Sie den Call über Ihre Kanäle und an potentielle Interessierte aus Wissenschaft und Praxis weiterleiten würden! ***