21.10.2015 Barbara Warner

Starke Standorte brauchen eine starke Regionalplanung

115. Sitzung der LAG Baden-Württemberg am 8./9.10.2015 in Sindelfingen

Sindelfingen als bedeutender Wirtschaftsstandort war Gastgeber der Herbstsitzung der LAG Baden-Württemberg.

Unter anderem standen die politische Relevanz der Regionalplanung und planerische Herausforderungen aus Sicht der Landespolitik im Fokus. Fraktionsvertreter des Landtages bezogen zu planungsrelevanten Themen wie bspw. effizienten Raumstrukturen, Verkehrsinfrastrukturen oder Landschaftsentwicklung Position und diskutierten im Plenum die Rolle der Regionalplanung. Rede und Antwort standen Friedlinde Gurr-Hirsch, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der CDU und Daniel Renkonen, Mitglied des Verkehrsausschusses der Grünen, die sich auf durchaus provokante Fragen einließen.

Es wurde klar, dass Kommunen übergreifende planerische Ansätze gestärkt werden müssen, um den Herausforderungen des demographischen Wandels und der steigenden Flächeninanspruchnahme zu begegnen. Diskutiert wurde auch die Notwendigkeit der Überarbeitung des Landesentwicklungsplanes, mit der sich die 2016 zu wählende neue Landesregierung dringend befassen müsse.

Weitere Themen waren die Wirtschaftsentwicklung und das Gewerbeflächenmanagement. Prof. Dr. Alfred Ruther-Mehlis von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen verdeutlichte, dass Bedarfsabschätzungen als Grundlage gemeindlicher Flächenplanung sich möglichst am konkreten Geschehen vor Ort zu orientieren hätten, realistische Ziele kommunaler Flächenentwicklung seien nicht allein nach statistisch abgeleiteten Werten zu ermitteln. Pauschale Flächenannahmen seien wegen der Differenziertheit der Ansprüche und Flächenpotenziale nicht möglich.

Die Notwendigkeit, qualitative Aspekte des Flächenbedarfs einzuberechnen, stellte auch Dipl.-Geogr. Tobias Wedi, stellv. Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Friedrichshafen in seinem Beitrag zur Entwicklung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes vor.

Am Beispiel des Campus-Kompetenzzentrums Fallenbrunnen wurde dargestellt, wie der Standortfaktor Wissensinfrastruktur die Stadtentwicklung fördern kann.