20.08.2019 Annika Mayer

Save the date: Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse – der Beitrag von Raumordnung und Raumentwicklung

Fachtagung der Akademie für Raumforschung und Landesplanung am 20. November 2019 in den Reinhardtstraßen-Höfen in Berlin

Unbestrittenes Ziel der Raumordnungspolitik von Bund und Ländern ist es, im Gesamtraum und seinen Teilräumen ausgeglichene soziale, infrastrukturelle, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Verhältnisse zu schaffen.

Dieses Gestaltungsziel ist gleichermaßen in Verdichtungsgebieten wie in ländlichen Räumen, in strukturschwachen wie auch dynamischen Regionen zu verfolgen. Durch räumlichen Ausgleich und Wachstumsimpulse sollen strukturelle Ungleichgewichte zwischen den Regionen verringert werden, um so gleichwertige Lebensverhältnisse zu erreichen. In räumlicher Hinsicht flankiert das Gleichwertigkeitsziel der Raumordnung also das Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes.

In Bund und Ländern gibt es aktuell nur vergleichsweise wenige Politikbereiche, die Mindeststandards der Gleichwertigkeit deutschlandweit oder länderspezifisch definieren (z.B. Gesundheit-, Rettungs- und Bildungswesen). Aufgabe der Raumordnung von Bund und Ländern muss es in Zukunft sein, die Setzung von Mindeststandards in den Fachpolitiken mit Raumbezug zu begleiten.

Einen wichtigen Beitrag zu diesen und anderen Aspekten der aktuellen Diskussion um die Schaffung und Erhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse stellen die nun vorliegenden Ergebnisse der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ dar. Diese Aussagen bedürfen jedoch einer Konkretisierung und Priorisierung. Ein nachhaltiges Gesamtsystem der gleichwertigen räumlichen Entwicklung bedarf eines Blicks über die disziplinären bzw. fachpolitischen Grenzen und einer inter- sowie transdisziplinären Zusammenarbeit.

Mit der eintägigen Fachtagung soll eine differenzierte Auseinandersetzung unter folgenden Fragen erfolgen:

  • Welchen Einfluss haben die aktuellen raumrelevanten Trends auf die Ungleichheit in Deutschland?
  • Bedarf es einer Änderung bestehender Förderpolitiken in Richtung einer stärkeren Regionalisierung?
  • Welche Rolle sollten die Kommunen bei der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse einnehmen – insbesondere in den ländlichen Räumen?
  • Welche Strategien – der Zentralisierung oder Dezentralisierung – im Rahmen der Daseinsvorsorge insbesondere von öffentlichen Einrichtungen sind geeignet, gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen und zu sichern?
  • Wie können diese Strategien vor Ort in der von den Menschen als ihre Heimat wahrgenommene Lebenswelt umgesetzt werden? Gleichwertige Lebensverhältnisse – Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das Tagungsprogramm sowie die Anmeldemöglichkeiten werden wir in Kürze bekannt gegeben. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.