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Rohstoffe. Recht. Resilienz.

Perspektiven für Versorgung, Regulierung und Krisenvorsorge

Die Frage, was es braucht, damit in Deutschland auch in Zukunft ausreichend Rohstoffe für den Wohnungsbau, die Infrastruktur und die wirtschaftliche Entwicklung zur Verfügung stehen, bildete den Mittelpunkt des 50. Tages der Baustoffwirtschaft, der am 11. September 2026 in Neumünster (Schleswig-Holstein) stattfand. Hier diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

ARL-Präsident Axel Priebs war eingeladen worden, um das Thema aus raumplanerischer Perspektive zu beleuchten und deutlich zu machen, wie wichtig resiliente Raum- und Infrastrukturen für die Daseinsvorsorge, Krisenvorsorge und Bevölkerungsschutz sind.

Tanja Lenz vom Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (BBS) zeigte anhand der RWI-Studie 2045, welche Entwicklungen beim Rohstoffbedarf zu erwarten sind. Ihre zentrale Botschaft lautete: Für Investitionen und Modernisierung müssen dafür benötigte Rohstoffe langfristig gesichert werden.

Barbara Grunewald vom vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e. V. erläuterte den aktuellen Stand der Novelle der Ersatzbaustoffverordnung (EBV), um zu verdeutlichen, wie eine praxistaugliche Regulierung zur langfristigen Rohstoffsicherung beitragen kann.

Einen weiteren Schwerpunkt setzte der Vortrag von Axel Priebs. Sein Blick auf Resilienz in Krisenzeiten machte deutlich: Raumordnung und Flächenvorsorge sind wichtige Instrumente der Daseins- und Krisenvorsorge. Wer Infrastruktur, Energiewende, Verkehrswende und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit langfristig sichern bzw. umsetzen will, muss dabei auch die notwendigen Flächenbedarfe, unter anderem für die Rohstoffgewinnung, frühzeitig berücksichtigen. Aber auch darüber hinaus ist die Raumordnung gefordert, die Resilienz des Raumes zu erhöhen. Sie tut dies im Rahmen der Siedlungsentwicklung nach dem Prinzip der dezentralen Konzentration und durch die Sicherung von redundanten Strukturen, z. B. bei Verkehrstrassen und Infrastrukturstandorten. Darüber hinaus muss sie künftig auch Flächenbedarfe für Verteidigung und Bevölkerungsschutz sichern.

Vier Personen
v. l. n. r. ARL-Präsident Axel Priebs, Staatssekretär Sönke Schulz, Tanja Lenz, Barbara Grunewald, Volker Wandhoff und Thorsten Glomb (Vorsitzender bzw. Geschäftsführer Landesgruppe Schleswig-Holstein Rohstoffe und Umwelt vero)

Diesen Fokus der Flächenvorsorge als Frage von Resilienz nahm auch Staatssekretär Dr. Sönke Schulz vom Innenministerium Schleswig-Holstein auf und setzte mit seinem Grußwort einen landespolitischen Akzent.

Neben der Flächenvorsorge verschärfen neue Investitionen in Infrastruktur, Wohnungsbau und Transformation den Nutzungsdruck auf verfügbare Flächen weiter. Hier wurde deutlich, dass Raumordnung und Raumplanung zentral sind, um Wohnungs- und Gewerbeentwicklung, Landwirtschaft, Natur- und Freiraumschutz, Energie- und Verkehrsinfrastruktur sowie Rohstoffgewinnung integriert zu betrachten, konkurrierende Interessen abzuwägen und Flächen für die Gewinnung heimischer Rohstoffe regional zu sichern.

Zugleich hat die Veranstaltung gezeigt, wie wichtig und gewinnbringend der Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft ist, um all diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen und koordiniert zu gestalten.

Fachliche Ansprechperson in der ARL

Prof. Dr. Axel Priebs
Präsident der ARL
praesidium@arl-net.de