25.01.2019

Positionspapier zum TEN-T Orient/East-Med Korridor

Der internationale ARL-Arbeitskreis „Spatial and Transport Infrastructure Development in Europe“ unter Vorsitz von Prof. Dr. Bernd Scholl, ETH Zürich beschäftigte sich von 2015 bis 2018 mit Fragen und Herausforderungen der Raum – und Eisenbahnentwicklung im europäischen TEN-T Korridor Orient/East -Mediterranean (OEM) Hamburg – Athen. Wichtige Erkenntnisse wurden Anfang 2019 in einem Positionspapier der ARL veröffentlicht.

Aus Sicht der Arbeitsgruppe ist der Orient/East-Med Korridor für die zukünftige Kohäsion Europas von großer Bedeutung. Mit über 2.000 km Länge verbindet er starke Wirtschaftsräume der westlichen EU Mitgliedsstaaten mit prosperierenden Hauptstadtregionen der südöstlichen EU-Mitgliedsstaaten. Das Positionspapier umfasst die Erkenntnisse („Assessment positions“) aus vier Jahren intensiver Arbeit, sowie den Entwurf einer Strategie für das zukünftige Vorgehen („Positions and recommendations“). Der weitere Ausbau des Korridors ist aus Sicht der Expertengruppe dabei von strategischer Bedeutung.

Das Positionspapier verdeutlicht:

  1. Der Orient/East-Med Korridor kann entscheidend zu wachsendem Zusammenhalt der Bevölkerung zwischen Hamburg und Athen beitragen. Auch Rückstände in der wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere in Teilen Südosteuropas können abgebaut werden, was zu einer gesamthaften Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas beiträgt.
  2. Ein wichtiges Ziel der EU Verkehrspolitik ist die Verlagerung von Gütern weg von der Straße hin auf die Schiene. Der Ausbau des Orient/East-Med Korridors kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Er kann bereits überlastete Verkehrswege entlasten, falls die Adriahäfen und die Häfen Piräus und Thessaloniki verstärkt genutzt werden können.
  3. Eine koordinierte Entwicklung des Korridors ermöglicht in den Einzugsgebieten der Bahnknoten vielversprechende Chancen für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung nach Innen.

Das Positionspapier ist unter https://shop.arl-net.de/spatial-and-transport-development-in-european-corridors.html abrufbar.

Ende 2019 werden die Erkenntnisse des Arbeitskreises als ARL-Forschungsbericht veröffentlicht. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Zusammenarbeit entlang des Korridors weiter zu vertiefen: Dazu ist für Januar/Februar 2020 eine erste Korridor Konferenz an der TU Wien geplant. Weitere Informationen dazu werden zu gegebener Zeit veröffentlicht.