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Neuer ARL-Arbeitskreis „Raumplanung in Zeiten autoritärer Formierung“

Call for Membership

Wie wirken sich autoritäre Dynamiken auf kommunale und regionale Planungsprozesse aus? Und wie kann Raumplanung gegenüber rechtspopulistischen Mobilisierungen, autoritären Einflussnahmen und Bedrohungen resilienter werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein neuer Arbeitskreis der ARL.

Interessierte aus Wissenschaft und Praxis können sich bis zum 9. September 2026 für eine Mitwirkung bewerben.

Gesellschaftliche Konflikte um technische und soziale Infrastrukturen, Beteiligungsverfahren und sozial-ökologische Transformationsprozesse werden zunehmend zum Gegenstand autoritärer Vereinnahmungsversuche. Dies stellt nicht nur demokratische Öffentlichkeitsbeteiligung vor neue Herausforderungen, sondern betrifft auch das professionelle Selbstverständnis, die Verfahren und die institutionellen Handlungsspielräume der Raumplanung.

Der neue transdisziplinäre ARL-Arbeitskreis „Raumplanung in Zeiten autoritärer Formierung“ möchte diese Entwicklungen vertieft analysieren und zugleich praxisbezogene Handlungsmöglichkeiten erarbeiten. Im Mittelpunkt stehen kommunalpolitische und planerische Verfahren, Praktiken und Konflikte, an denen sich autoritäre Dynamiken und ihre räumlichen Auswirkungen besonders deutlich zeigen.

Planung unter Druck – und ihre demokratischen Handlungsspielräume

Der Arbeitskreis verfolgt zwei miteinander verbundene Arbeitsrichtungen:

Zum einen wird untersucht, welche Rolle die Raumplanung als territorialisierende und ordnende Disziplin in autoritären Formierungsprozessen einnimmt. Dabei geht es unter anderem darum, wie sich planerische Verfahren, institutionelle Abläufe und lokale Konflikte unter dem Druck rechtspopulistischer Mobilisierungen verändern.

Zum anderen soll herausgearbeitet werden, wie Planung resilienter gegenüber autoritären Vereinnahmungsversuchen werden kann. Vorgesehen ist eine strukturierte Situations- und Bedarfsanalyse, die Erfahrungen aus konkreten Planungskonflikten, bisherige Umgangsweisen und deren Gelingensbedingungen zusammenführt.

Der Arbeitskreis verbindet dafür drei fachliche Zugänge: Planungstheorie, Soziale Arbeit und Politische Geographie. Angesprochen sind insbesondere Fachleute aus Planungswissenschaft und Planungspraxis, Sozialer Arbeit und kommunaler Konfliktberatung, Politischer Geographie und Stadtgeographie sowie aus der Rechtsextremismusforschung. Auch Expert*innen, die in der Aus- und Weiterbildung von Planer*innen tätig sind, sind ausdrücklich zur Bewerbung eingeladen.

Inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit über drei Jahre

Der Arbeitskreis ist als kollektives und möglichst gleichberechtigtes Arbeitsformat angelegt. Wissenschaftliche und praxisbezogene Perspektiven sowie unterschiedliche Karriere- und Erfahrungsstufen sollen systematisch zusammengeführt werden. Die Einrichtung mehrerer thematischer Untergruppen und die Entwicklung unterschiedlicher wissenschaftlicher und praxisorientierter Transferformate sind vorgesehen.

Die Laufzeit beträgt drei Jahre. In der Regel finden zwei Präsenztreffen pro Jahr statt, vorzugsweise in Leipzig. Ergänzende Arbeits- und Abstimmungstreffen werden online durchgeführt. Das Kick-off-Treffen ist für den 12. und 13. November 2026 in Leipzig geplant.

Eine Mitwirkung ist als formelles oder als assoziiertes Mitglied möglich. Formelle Mitglieder werden vom Präsidium der ARL berufen und haben Anspruch auf Erstattung ihrer Reisekosten. Von ihnen wird eine aktive Mitarbeit an den gemeinsamen Ergebnissen und Transferformaten sowie die Teilnahme an den Treffen über die gesamte Laufzeit erwartet.

Bewerbung bis zum 9. September 2026

Finden Sie den gesamten Call als PDF hier.

Die Bewerbung soll den eigenen fachlichen oder praktischen Zugang zum Thema erläutern und darstellen, welchen Beitrag die Bewerber*innen zur Arbeit des Arbeitskreises sowie zu möglichen Formaten und Transferprodukten leisten möchten. Außerdem ist anzugeben, ob eine Bewerbung als formelles oder als assoziiertes Mitglied erfolgt.

Einzureichen sind:

  • ein Bewerbungsschreiben von maximal einer Seite,
  • ein tabellarischer Lebenslauf,
  • gegebenenfalls thematisch einschlägige Vorarbeiten.

Die Unterlagen sind als ein zusammenhängendes PDF-Dokument bis zum 9. September 2026 per E-Mail an Inka Tumforde, inka.tumforde@arl-net.de, zu senden.

Für organisatorische und inhaltliche Rückfragen stehen Zita Seichter, zita.seichter@hcu-hamburg.de, und Sebastian Krätzig, sebastian.kraetzig@arl-net.de, zur Verfügung.