06.07.2021

JETZT BEWERBEN für den 30. FRU-Förderpreis 2021 für Raum- und Umweltforschung

30. FRU-Förderpreis 2021 für Raum- und Umweltforschung

– Internationale Ausschreibung –

Der Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e. V. (FRU) schreibt den FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 aus. Die Ausschreibung befasst sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die räumliche Entwicklung. Das Wettbewerbsthema lautet:

Raumentwicklung zwischen Unsicherheit und Resilienz
im Zeichen der Covid-19-Pandemie

Mit Blick auf die aktuellen und künftigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie müssen zahlreiche Aspekte der Raumentwicklung neu betrachtet werden: Soziale und sozialräumliche Ungleichheiten verschärfen sich, Gesundheitsschutz wird politisch höher gewichtet als andere Belange. Durch Homeoffice und Telearbeit, „Physical Distancing“, „Lock-downs“ oder Grenzschließungen haben sich in vielen Branchen die Wirtschafts- und Arbeitswelt sowie das räumliche Mobilitätsverhalten grundlegend gewandelt. Virtuelle Kommunikation hat wesentlich an Bedeutung gewonnen. Daneben gibt es verschärft gesellschaftliche und wirtschaftliche Konflikte, die sich auch räumlich auswirken können. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf Fragen des Umgangs mit den schwer fassbaren Entwicklungen im Rahmen einer Pandemie. Zugleich gewinnt die Resilienz von Räumen auf allen Maßstabsebenen an Bedeutung, wobei es Forschungsdefizite hinsichtlich möglicher Strategien und Maßnahmen sowie deren Wirkungen gibt.

Außerdem bleiben die ökologischen Herausforderungen weiterhin wichtig, Umwelt-, Klima- und Naturschutz gewinnen sogar an Bedeutung, ebenso wohnungsnahe Freiräume zur Erholung der Bevölkerung. Gesunde Lebens- und Umweltbedingungen tragen zur öffentlichen Gesundheit bei und sind deshalb gerade auch in Zeiten der Pandemie von gesellschaftlicher Relevanz. Die Pandemie stellt alle Menschen vor große Herausforderungen. Wichtig ist es aber auch, aus den gewonnenen Erfahrungen zu lernen und Chancen zu erkennen.

Der FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 ruft dazu auf, sich mit dem Thema „Raumentwicklung zwischen Unsicherheit und Resilienz“ im Zeichen der Pandemie auseinanderzusetzen. Auf folgende Fragen könnten Antworten gefunden werden:

  • Umgang mit Unsicherheiten: Wie gehen die Akteure der Raumentwicklung auf den unterschiedlichen Handlungsebenen (Kommunen, Regionen, Länder, Bund) mit Unsicherheiten um? Wie können wirksame, aber auch verhältnismäßige raumbezogene Handlungsstrategien für den Umgang mit einer Pandemie entwickelt werden, wenn die Parameter und Wirkungszusammenhänge unklar bzw. umstritten sind?
  • Resilienz und Vulnerabilität: Wie resilient oder vulnerabel sind gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme sowie soziale Infrastrukturen, insbesondere die Gesundheitsversorgung? Welche räumlichen Unterschiede können beobachtet und wie können diese erklärt und abgebaut werden? 
  • Räumliche Gerechtigkeit: Wie kann eine sozial gerechte Verteilung räumlicher Funktionen und Chancen umgesetzt werden? Wie sind Belastungen räumlich verteilt? Welche Bedeutung hat dies für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen? Inwieweit trägt die räumliche Planung mit ihren Instrumenten zum Ausgleich und zu sozialräumlicher Gerechtigkeit bei?
  • Akteure: Vor welchen Herausforderungen stehen Gesellschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft? Wie werden Entscheidungen über räumliche Maßnahmen getroffen? Inwieweit verändern sich raumbezogene Politik und Governance vor dem Hintergrund der Pandemie? Wie verändern sich Diskurse und wer prägt diese?
  • Transformationsprozesse: Inwieweit sind die beobachteten Phänomene kurz-, mittel- und langfristig von Bedeutung für die nachhaltige räumliche Planung und Entwicklung? Inwieweit wirkt die Pandemie als Katalysator für Prozesse? Welche Chancen ergeben sich aus der Pandemie hinsichtlich der Gestaltung eines transformativen Umdenkens und Umsteuerns, auch für die räumliche Planung?

Die hier aufgeworfenen Fragen sollen als Anregung und Inspiration dienen. Themen der Wettbewerbsbeiträge können einzelne Fragestellungen mit Bezug zu diesen inhaltlichen Zusammenhängen sein, ebenso aber auch weitere Aspekte des Themenfelds „Raumentwicklung zwischen Unsicherheit und Resilienz“ im Zeichen der Pandemie.

Erwartungen an die Wettbewerbsbeiträge

Der Wettbewerb richtet sich an Nachwuchswissenschaftler:innen (Master-, Promotions- oder Post Doc-Phase) und ebenso an Personen, die sich in ihrer beruflichen Praxis in Verwaltung, Planungsbüros etc. mit Fragen der Stadt- und Raumentwicklung beschäftigen. Er ist offen für alle raumrelevanten Disziplinen. Wissenschaftlich ausgerichtete Beiträge mit eher theoretischem Ansatz sind ebenso willkommen wie analytische Arbeiten oder reflektierte Erfahrungsberichte aus der Praxis mit wissenschaftlicher Fundierung.

Interessierte können gerne zunächst beim Förderkreis anfragen, ob sich ein vorgesehenes Thema für den Wettbewerb eignet. Neben eigens für den FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 erstellten Beiträgen können auch solche Arbeiten eingereicht werden, die auf umfassenderen, bereits vorliegenden oder in Arbeit befindlichen Studien-, Projekt- oder Abschlussarbeiten sowie Dissertationen beruhen. Ebenso sind auch Berichte und Auseinandersetzungen mit Praxiserfahrungen im genannten Themenfeld willkommen.

Preise und Preisverleihung

Der FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 ist mit insgesamt 6.000 € dotiert. Vorgesehen ist die Vergabe eines ersten Preises (2.500 €), eines zweiten Preises (2.000 €) und eines dritten Preises (1.500 €). Auf Vorschlag der Jury können eine Reduzierung der Zahl der Preise und eine andere Aufteilung der Preissumme erfolgen. Sonderpreise sind möglich, um außergewöhnliche Beiträge anzuerkennen.

Die Preise werden im Rahmen einer ARL-Veranstaltung überreicht. Die Verfasser:innen der jeweils mit dem ersten Preis ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge erhalten Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen.

Teilnahmebedingungen

Teilnehmen können Studierende, Absolvent:innen sowie Mitarbeiter:innen in Lehre, Forschung und Praxis aller relevanten Fachbereiche. Das Höchstalter beträgt 35 Jahre (Stichtag: 15. September 2021). Zugelassen sind auch Arbeiten von Teams aus bis zu drei Autor:innen.

Höchstalter:    35 Jahre
Abgabefrist:    30.09.2021

Die eingereichten Arbeiten sind in englischer oder deutscher Sprache abzufassen und dürfen noch nicht an anderer Stelle veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angeboten worden sein. Die Arbeiten müssen bis zum 30. September 2021 (Datum des Poststempels) bei der Geschäftsstelle des Förderkreises per Post oder eMail eingereicht werden. Beizufügen ist ein ausgefüllter Bewerbungsbogen (herunterzuladen von der Website des FRU unter www.FRU-online.de oder bei der Geschäftsstelle des FRU erhältlich). Bei größeren Dateien ist es ausreichend, sofern Sie über einen Speicher in einer Cloud verfügen, uns einen Download-Link zu senden. Die Arbeiten dürfen keinen Hinweis auf die Verfasser:in enthalten. Pro Bewerber:in kann nur eine Arbeit eingereicht werden. Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury, deren Mitglieder vom FRU bestimmt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der FRU lädt die Preisträger:innen zur Teilnahme an einer ARL-Veranstaltung ein. Er erstattet die Reisekosten nach dem Bundesreisekostengesetz.

Die Preisträger:innen stimmen mit der Annahme des Preises der Veröffentlichung ihrer eingereichten Arbeiten oder von Teilen daraus durch den FRU bzw. die ARL zu, sofern in deren Publikationen eine Veröffentlichung erfolgt.

 

Die Arbeiten sind einzureichen an folgende Adresse:

Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e. V.
Geschäftsstelle
Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021
ARL
Vahrenwalder Str. 247
30179 Hannover
E-Mail: fru@arl-net.de

 

Auskünfte erteilen:

Prof. Dr. Susan Grotefels, Vorstand des FRU
Zentralinstitut für Raumplanung an der Universität Münster
E-Mail: grotefe@uni-muenster.de

Prof. Dr. Jörg Knieling, Vorstand des FRU
HafenCity Universität Hamburg
E-Mail: joerg.knieling@hcu-hamburg.de


 
                                                                                              Mit Unterstützung der
                                                                                              Christel & Klaus Wolf-Stiftung

 

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