20.03.2020 Annika Mayer

Hochschulen und ihr Beitrag für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Forschungsberichte der ARL 11

Hochschulen sind unter ökonomischer Perspektive für ihre Standortregionen einerseits als Arbeitgeber und Nachfrager von Interesse, andererseits präsentieren sie sich als Wissensproduzenten, als „Wissensimporteure“ und als Bereitsteller von Humankapital.

Über welche Kanäle Hochschulen und Regionen miteinander verbunden sind, welche Hemmnisse und Erfolgsfaktoren beim Wissenstransfer zu beobachten sind und wie erfolgversprechende Governance-Strukturen zur Steuerung des Zusammenspiels geschaffen werden können – das sind Themen, die in dem vorliegenden Band ausführlich behandelt werden.

Zudem wird die „dritte Aufgabe“ (Third Mission) der Hochschulen und ihre gesellschaftliche Mitverantwortung für eine nachhaltige Regionalentwicklung in diesem Buch debatiert. Damit stellt sich zugleich die Frage, durch welche Veränderungen des Hochschulsystems und des Verhaltens von Hochschulen – etwa im Sinne des empirisch beobachtbaren Strukturtyps der „engagierten Hochschule“ – diesem Anspruch nachgekommen werden kann. Dieses Thema, wie auch die weitergehende Forderung, Hochschulen als Agenten für eine nachhaltige Entwicklung insbesondere im „Reallabor“ Region ins Blickfeld zu nehmen, ist ebenfalls Gegenstand von Beiträgen in diesem Band – illustriert anhand von Fallbeispielen.

Schließlich erfolgt eine Diskussion der eher unbeabsichtigt induzierten regionalen Wirkungen aktueller Wissenschaftspolitik. Die zunehmende Orientierung auf Wettbewerbund „Exzellenz“ in der Forschungsförderung, die Bologna-Reformen in der Lehreund die Netzwerkorientierung in der Innovationspolitik haben sichtbare Auswirkungenauf die räumlichen Strukturen in Deutschland.

Diese „sekundären“ Regionaleffekte empirisch abzubilden und unter Nachhaltigkeits- und regionalen Ausgleichszielen zu bewerten, ist Anliegen verschiedener Beiträge in diesem Band.