13.11.2013 Annika Mayer

Geoforum 2013: Raumordnung für den tiefen Untergrund Deutschlands

Geoforum 2013Die Vortragsveranstaltung, die am 11. November 2013 im Geozentrum Hannover stattfand, gemeinsam ausgerichtet von der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien (AGG) und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), diente als Plattform zur Meinungsbildung für eine zur Diskussion stehende Raumordnung für den tiefen Untergrund Deutschlands.

An die Ressource “unterirdischer Raum“ werden in Deutschland bereits heute vielfältige Nutzungsansprüche gestellt.

Diese werden künftig weiter zunehmen. Unterirdische Räume werden neben den bisher praktizierten Nutzungen wie Grundwassergewinnung, Gewinnung tiefliegender Rohstoffe (Mineralische und Energie-Rohstoffe), Untertagedeponien, Erdgas- und Erdölspeicherung und Nutzung von Thermalwasser auch zur Realisierung der klima- und energiepolitischen Ziele von Bund und Ländern im Rahmen der Umsetzung der Energiewende herangezogen.

Hierzu zählen die Speicherung von Energieträgern aus erneuerbaren Energien (z. B. Wasserstoff, Methan, Druckluft), die verstärkte Nutzung der Geothermie und ggf. die untertägige Speicherung von Kohlendioxid zur Reduzierung der Freisetzung von Treibhausgasen in die Atmosphäre. Dabei ergeben sich auch im norddeutschen Raum aufgrund der geologischen Gegebenheiten Nutzungskonkurrenzen. Die Staatlichen Geologischen Dienste haben als zuständige Behörden deshalb bereits darauf hingewiesen, dass zur Lösung dieser Fragestellungen eine vorsorgende Koordinierung erforderlich ist.

Politik, Fachwelt sowie Bürgerinnen und Bürger haben über diese Themen den Blick bereits in den Untergrund gerichtet.

Auch für die Raumordnung werfen die neuen Nutzungsoptionen neue Fragestellungen auf. Die bisher praktizierte Raumplanung berücksichtigt ausschließlich Raumbeanspruchende Nutzungsansprüche an der Erdoberfläche, wie z. B. Siedlungs-, Freiraum- und Infrastrukturentwicklung, sowie im oberflächennahen Bereich, z. B. Trinkwasserschutz und Gewinnung oberflächennaher Massenrohstoffe (z. B. Kies, Sand, Ton).

Während die Raumordnung für die oberirdischen und oberflächennahen Nutzungen auf eine langjährige Tradition zurückblicken kann, ist die Überplanung des unterirdischen Raumes noch weitgehend Neuland. Bislang wird die Erteilung von unterirdischen Nutzungsrechten ausschließlich Vorhaben - bezogen durch das Berg- oder Wasserrecht geregelt.

Eine systematisch angelegte gesamträumliche Planung findet bisher nicht statt. Mit Zunahme erkennbarer Nutzungskonkurrenzen und im Hinblick auf ungeklärte Aspekte der Aktivitätsfolgenabschätzung stellt sich daher die Frage, wie weit das geltende Bergrecht und das Wasserrecht die Konsequenzen aus diesen Anforderungen abdecken und welchen Stellenwert eine gesamträumliche Steuerung einnehmen soll.

 

Deckblatt BroschüreEine Broschüre mit den Abstracts der Vorträge und Hintergrundinformationen zu den Referenten kann für 30,00 EUR beim Verlag E. Schweitzerbartsche Verlagsbuchhandlung unter der E-Mailadresse mail@schweizerbart.de bezogen werden.

 

Programm der Tagung und Präsentationen der Vorträge zum Download

  • Begrüßung und Eröffnung
    Bernd Reupke, Präsident der AGG
    Dr.-Ing. Bernhard Heinrichs, Vizepräsident der ARL

Vorträge am Vormittag

Moderation: Dr. Michael Schmidt-Thomé, Hannover

Vorträge am Nachmittag

Moderation: Wilhelm Schulte, Leiter der LAG Nordwest der ARL, Hannover

  • Abschluss und Ausblick
    Dr.-Ing. Bernhard Heinrichs, Vizepräsident der ARL