Future Transmission Lab – 4. Treffen des wissenschaftlichen Steuerkreises in der Geschäftsstelle der ARL
Um die Klimaziele zu erreichen und die Energiewende umzusetzen, ist der Aus- und Umbau der Höchstspannungsnetze („Netzausbau“) entscheidend. Der Netzausbau hängt von technisch möglichen und ökonomisch tragbaren Lösungen ab, wird jedoch auch maßgeblich von gesellschaftlichen und politisch-planerischen Aspekten beeinflusst. Daraus ergeben sich viele neue Fragestellungen, die einer inter- und transdisziplinären Betrachtung bedürfen und im Future Transmission Lab (FTL) bearbeitet werden.
Mit dem Future Transmission Lab hat der Übertragungsnetzbetreiber Amprion ein Netzwerk ins Leben gerufen, das den Austausch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und darüber hinaus mit der Praxis fördert. Das Netzwerk vereint sieben Professor:innen aus verschiedenen Fachrichtungen sowie Expert:innen von Amprion. Antje Bruns, Generalsekretärin der ARL und Professorin für Räumliche Transformation an der Leibniz Universität Hannover ist eine der sieben Expert:innen, die in das FTL berufen wurde. Gemeinsam mit der Amprion-Geschäftsführung bilden die Professor:innen den wissenschaftlichen Steuerkreis, der die inhaltliche Ausrichtung des Future Transmission Labs leitet und wichtige Impulse liefert.
Das an der ARL und der Leibniz Universität Hannover angesiedelte Promotionsprojekt untersucht Widerstände gegen den Netzausbau, die sich trotz breiter gesellschaftlicher Zustimmung zur Energiewende dort entwickeln können, wo diese räumlich manifestiert und sichtbar wird. Das Forschungsprojekt setzt an den raumbezogenen Aspekten von Widerstand/Protest sowie Akzeptanz/Trägerschaft an: Während sich in manchen Kommunen und Regionen starke Gegenpositionen herausbilden, die bis zu organisiertem Protest reichen, erfolgt der Netzausbau in anderen Regionen und Kommunen weniger konflikthaft oder sogar in aktiver Trägerschaft. Zur Analyse und Erklärung der sozial-räumlichen Unterschiede werden sozialwissenschaftliche Ansätze herangezogen und mit einer raumbezogenen Perspektive ergänzt. Ziel ist, das Zusammenspiel aus Einstellung/Bewertung und Handlungen/Praktiken in raumbezogener Perspektive zu verstehen. Der in dem Projekt verfolgte Forschungsansatz ergänzt damit quantitative, oft datengetriebene Forschungsarbeiten zur Energiewende und legt einen bewussten Fokus auf ein interpretativ-verstehendes Vorgehen mit vorwiegend qualitativen Methoden zur Untersuchung der sozialen Raumproduktion.
> zum Interview mit Agnes Feil über das Forschungsprojekt (Website FTL)

