20.10.2013 Annika Mayer

Energiewende: Führende raumwissenschaftliche Forschungs- und Beratungsinstitute fordern eine stärkere Rolle der Raumordnung und Regionalplanung

Die von der Bundesrepublik angestrebte Energiewende hat einen weitreichenden Umbau der lokalen, regionalen, nationalen und zum Teil auch internationalen Systeme der Energieerzeugung, der Energieverteilung und der Speicherung von Energie zur Folge. Die Standorte regenerativer Energieerzeugung sind andere als die Standorte atomarer und fossiler Energieerzeugung. Das Standortpotenzial von Räumen verändert sich: Einige Orte und Regionen profitieren, andere verlieren. Mit der Neujustierung zwischen zentraler und dezentraler Energieversorgung verändert sich auch die Beziehung zwischen Räumen, zum Beispiel zwischen Stadt und Land. Die Folgen für Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Infrastruktursysteme sowie für Standorte und Siedlungsstrukturen wurden bei der Gestaltung der Energiewende bislang nicht ausreichend berücksichtigt, so die Vertreter des 11R-Netzwerkes, dem Zusammenschluss der führenden raumwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstitute in Deutschland. In ihrem Positionspapier „Räumliche Implikationen der Energiewende“ fordern sie eine stärkere Rolle der Raumordnung und Regionalplanung bei der Gestaltung der Energiewende. Nur so können die Folgen der Energiewende für die Entwicklung und Nutzung von Räumen und daraus resultierende Raumnutzungskonflikte frühzeitig erkannt, abgewogen und koordiniert werden. Bei der Beteiligung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft können Raumordnung und Regionalentwicklung mit ihren Erfahrungen in Abwägungsprozessen einen wichtigen Beitrag leisten.


Das Positionspapier ist in drei Teile gegliedert: In einer Bestandsaufnahme zu Beginn werden die Implikationen der Energiewende für einzelne Raumtypen, die Beziehung zwischen Räumen und für Institutionen und Akteure dargestellt. Anschließend werden raumwissenschaftliche Forschungsbedarfe aufgezeigt. Der dritte Teil enthält Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger.

Das Positionspapier kann im ARL-Shop kostenfrei heruntergeladen oder als Printversion beim Deutschen Institut für Urbanistik gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro bestellt werden: