Ein Index für Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsreporte in Rheinland-Pfalz und Hessen erschienen – empirische Nachhaltigkeitsbetrachtung auf regionaler Ebene
Wie hat sich Nachhaltigkeit auf regionaler Ebene in Rheinland-Pfalz und Hessen entwickelt? Welche Unterschiede und Muster lassen sich räumlich erkennen?
Diesen Fragestellungen gehen die Gesellschaft für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Regio Rhein-Main e. V. (GEWAK) gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Universität Frankfurt a. M. (IWAK) in den 2024 erschienenen Nachhaltigkeitsreports für Rheinland-Pfalz und Hessen nach. Dabei wird das Thema Nachhaltigkeit empirisch auf regionaler Ebene mittels einer indexbasierten Nachhaltigkeitsanalyse im Zeitrahmen von 2010-2019 analysiert, um damit einen systematischen und quantifizierbaren Überblick über die Gesamtentwicklung auf Kreis- und Stadtebene zu geben. Die Berichte/Reports bieten somit eine quantitative Nachhaltigkeitsanalyse auf regionaler Ebene und geben Hinweise auf Nachhaltigkeitsstärken und -schwächen einzelner Regionen.
Die Vorgehensweise der indexbasierten Nachhaltigkeitsanalyse knüpft an bestehende Dokumente und Erhebungen wie die Nachhaltigkeitsstrategie in Rheinland-Pfalz, den Regionalen Wohlfahrtsindex (RWI) in Rheinland-Pfalz sowie eigene Well-being Analysen von Alfons Schmid (GEWAK/IWAK) und Jürgen Faik (Hochschule Mainz) für Hessen, Rheinland-Pfalz und die Metropolregion FrankfurtRheinMain an. Ziel war es, ein Indikatorensystem zur Untersuchung der Nachhaltigkeitsentwicklung in Kreisen und kreisfreien Städten anhand eines Gesamtindex umzusetzen. Dieses basiert auf den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (UN), den Sustainable Development Goals (SDG) der Agenda2030 UN. In der Betrachtung wurde jeweils ein Indikator für ein Nachhaltigkeitsziel ausgewählt, für den Daten für den Untersuchungszeitraum vorliegen. Dem SDG „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ wurde als Indikator beispielsweise „Abwasserbehandlung“ zugeordnet. „Maßnahmen zum Klimaschutz“ wurden mit „Treibhausgaseinsparung durch Klimaschutzprojekte“ gemessen, aber auch die Darstellung von Zielen wie „Keine Armut“ wurden durch die SGB-II/SGB-XII-Quote übersetzt.
Klar ist, dass diese an die SDGs angelehnte Darstellung von Nachhaltigkeit durch die verwendeten Einzelindikatoren und die Abhängigkeit von verfügbaren Daten, nur ein vereinfachtes Nachhaltigkeitsbild abgeben können. Dieses ermöglicht jedoch Nachhaltigkeitsdynamiken sowie Stärken und Schwächen auf regionaler Ebene abzubilden. Damit bieten die beiden Nachhaltigkeitsreports einen ersten Ansatz für systematische, empirische Nachhaltigkeitsbetrachtungen auf der regionalen Ebene. Diese können Politik und Verwaltung Hinweise auf Handlungserfordernisse, aber auch Potentiale in den einzelnen Regionen geben. Ergänzt durch qualitative Methoden und weitere Betrachtungsebenen bieten die Reports die Basis, um wichtige Dimensionen und Entwicklungsdynamiken von regionaler Nachhaltigkeit in beiden Bundesländern besser abzubilden, um die anvisierten Ziele umzusetzen. Die beiden Reports sind auf der IWAK-Homepage unter der Rubrik Publikationen veröffentlicht: https://www.iwak-frankfurt.de/cloud/ .
Alfons Schmid ist als Vertreter des IWAK und der GEWAK an der Erarbeitung der Reports beteiligt gewesen. Als Mitglied der Arbeitsgruppe „Alternatives Wirtschaften – Abkehr von der Wachstumsgesellschaft“ des ARL-Forums Mitte-Südwest, welche sich disziplinenübergreifend und im direkten Wissenschafts-Praxisaustausch mit alternativen Wirtschaftsweisen im Kontext von räumlicher Planung und Entwicklung beschäftigt hat, brachte er dabei Synthesewissen aus der ARL-Arbeitsgruppe in die Reporterstellung mit ein.
Fachliche Ansprechperson:
Dr. Martina Hülz
Leitung des Referats "Wirtschaft und Mobilität" der ARL
Tel. +49 511 34842 28
martina.huelz@arl-net.de

