Das Forum Nachwuchs der ARL auf dem Bundeskongress „Tag der Regionen“
Bereits zum vierten Mal richtete das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) den „Tag der Regionen“ aus. Er fand vom 8. Bis 9. Juni 2026 in Trier statt und widmete sich aktuellen Fragen der grenzüberschreitenden Raumentwicklung.
Der Kongress bot ein fachlich vertieftes Programm aus Podiumsdiskussionen, Impulsvorträgen und interaktiven Formaten. Im Mittelpunkt stand die Raumplanung über administrative und nationale Grenzen hinweg.
Dabei stand die institutionelle Zusammenarbeit, wie gemeindeübergreifende Kooperationen, länderübergreifende Projekte sowie grenzüberschreitende Planung zwischen Gebietskörperschaften im Fokus. Ausgetauscht und geteilt wurden zudem Erfahrungen zu Erfolgsfaktoren für Kooperationen, wie einem gemeinsamen Problemverständnis, der Etablierung regelmäßiger Austauschformate, der Definition gemeinsamer Ziele, dem für Projektfortschritte wichtigen Engagement einzelner Personen sowie dem Aufbau passender Governance-Strukturen und der Finanzierungssicherheit.
Beitrag des Forums Nachwuchs der ARL
Dean Schmitz vom Forum Nachwuchs der ARL war im Rahmen der Fachveranstaltung Grenzüberschreitende Mobilitätsplanung eingeladen, einen Impulsvortrag zu halten. Er sprach über Erfolgsfaktoren der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Raum- und Mobilitätsplanung am Beispiel der Agglomerationen Basel und Genf. Die Schweizer Agglomerationsprogramme zeigen, wie gemeinsame Raumstrategien für Siedlung und Mobilität, zusammen mit Mitteln der Bundesfinanzierung eine erfolgreiche Umsetzung grenzüberschreitender ÖPNV-Projekte ermöglichen und zugleich Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung integriert betrachten.
Es folgten zwei weitere Praxisbeispiele: das Projekt NeMo.bil (Regiopolregion Paderborn) und der integrale Taktfahrplan 2023 (Thüringen) sowie ein übergeordneter Beitrag des BBSR zur Bedeutung grenzüberschreitender Mobilitätsplanung.
Anschließend wurde gemeinsam über Herausforderungen der grenzüberschreitenden Raumplanung diskutiert, wie sie auch am Beispiel der Großregion Trier sichtbar werden. Neben unterschiedlichen Planungskulturen und der oftmals fehlenden oder unsicheren Finanzierung zeigte sich auch hier, dass Kooperation Strukturen braucht. Ohne klare Governance-Strukturen, die Schlüsselakteure und zentrale institutionelle Ebenen aktiv einbinden, scheitern grenzüberschreitende raumordnerische Ziele.
Fazit
Der Bundeskongress stärkt die Sichtbarkeit von Raumentwicklungspolitik und bietet ein wichtiges Forum für Vernetzung und Wissensaustausch – das Forum Nachwuchs der ARL freut sich über die erneute Einladung zur fachlichen Mitgestaltung des „Tags der Regionen“.
Dean Schmitz
Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens
dean.schmitz@dgov.be

