06.06.2013 Annika Mayer

Call for Membership: Mind the Gap

Arbeitskreis der ARL „Mind the Gap!“ – Kooperationen und Selbstverständnisse in der räumlichen Planung

 

Mind the Gap

Hintergrund

Die Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) versteht sich als Kompetenzzentrum für Fragen nachhaltiger Raumentwicklung im außeruniversitären Forschungsbereich, anerkannt wegen ihrer ganzheitlichen Perspektive auf die komplexen raumwirksamen gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie erforscht Räume als Bedingung und Ausdruck gesellschaftlicher Praxis. Organisiert ist die ARL als Netzwerk von Fachleuten für Fragen der Raumentwicklung. Diese kommen aus Wissenschaft und Praxis gleichermaßen und beteiligen sich am wissenschaftlichen Diskurs in Gremien der ARL. Meike Levin-Keitel und Martin Sondermann (beide Leibniz Universität Hannover) entwickelten das Konzept zu einem neuen Arbeitskreis der ARL mit dem Titel „Mind the Gap!“, das auf Ergebnissen der Tagung des Jungen Forums der ARL 2012 basiert.

Thema

Die räumliche Planung hat die Aufgabe, die vielfältigen Herausforderungen eines beständigen Wandels der Gesellschaft und ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten sowie die damit einhergehenden Veränderungen der natürlichen und gebauten Umwelt aufzugreifen und räumliche Entwicklungen auf der Grundlage gesellschaftlicher Normen zu steuern. Der Wandel wird verstärkt und beschleunigt durch technischen Fortschritt und Globalisierungsprozesse. Das Prognostizieren zukünftiger Raumansprüche als Grundlage für langfristige Planungen wird dadurch komplexer. Gleichzeitig gibt es ein wachsendes Bedürfnis in der Bevölkerung und der Wirtschaft, räumliche Entwicklungen aktiv mitzugestalten – sei es z. B. bei der Gestaltung von öffentlichem Grün oder der Umsetzung der „Energiewende“. Die daraus resultierenden veränderten Akteurskonstellationen und unterschiedlichen Handlungslogiken stellen wiederum neue Anforderungen an den planungstheoretischen Diskurs. Inwieweit werden aktuelle Praktiken, insbesondere im Bereich der kooperativen Raumentwicklung noch adäquat in der Planungstheorie dargestellt? Und inwieweit sind theoretische Ansätze praxistauglich? Die Lücke zwischen Planungstheorie und Planungspraxis wird in diesem Arbeitskreis explizit zum Thema gemacht. Um dieses weite Thema einzugrenzen wird ein Fokus auf die kooperative Raumentwicklung gelegt. Besonders beim planungspraktischen Umgang mit neuen Kooperationsformen (z. B. zwischen Staat und Wirtschaft) und mit Bottom-up-Initiativen (z. B. von Bürgerinitiativen und Vereinen) werden strukturelle und alltagspraktische Probleme und Grenzen der kooperativen Planung und Entwicklung deutlich.

Leitfragen des Arbeitskreises sind daher:

- Wie gehen Verwaltungsakteure mit diesen Initiativen (und umgekehrt) um?
- Welche Rollen und Aufgaben übernehmen die unterschiedlichen Akteure und Akteursgruppen?
- Welche (planerischen) Selbstverständnisse haben sie?
- Wie koordinieren die Akteure der integrierten Stadt- und Regionalplanung die kooperative Raumentwicklung? 
- Wie gehen sie mit Fachplanungen, divergierenden Interessen, Werten, Rechten und Pflichten um?

Forschungsziel und Arbeitsprozess

Der Arbeitskreis strebt zunächst eine multiperspektivische Analyse des „Gap“ zwischen Theorie und Praxis der räumlichen Planung am Beispiel kooperativer Raumentwicklung an. Sie soll auf der Basis eines durch die AK-Mitglieder zu entwickelnden Analyserahmens erfolgen und dient der Vermittlung eines besseren theoretisch-konzeptionellen Verständnisses des „Gap“. Darüber hinaus sollen Ansätze diskutiert und entwickelt werden, die zur Überbrückung des „Gap“ beitragen. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen Kooperationskulturen und Selbstverständnisse unterschiedlicher Akteure und ihre Rollen in der kooperativen Raumentwicklung.

Der Arbeitsprozess umfasst folgende Elemente:

1. Konkretisierung der inhaltlichen Schwerpunktsetzung und Erarbeitung eines gemeinsamen Analyserahmens
2. Diskussion von Erfahrungen und Erkenntnissen zur kooperativen Raumentwicklung sowie Vorstellungen über die Reflexion von (planungs-)theoretischen Ansätzen zur Analyse des „Gap“
3. Bearbeitung von abgestimmten Arbeitspaketen (in Kleingruppen, je 2-3 AK-Mitglieder aus Wissenschaft und Praxis), z.B.:

- Aktuelle Planungspraktiken in der kooperativen Raumentwicklung
- Planerische Selbstverständnisse und Rollen der Planungsakteure
- Integration aktueller Planungspraktiken in der Planungstheorie
- Anwendbarkeit planungstheoretischer Ansätze in der Planungspraxis
- Ansätze zur Überbrückung des „Gap“

4. Abschlusskolloquium (Präsentation der Ergebnisse und Reflexion im Kreis von Fachleuten) 
5. Abschließende Publikationsarbeiten

Organisation

Ein ARL-Arbeitskreis hat in der Regel eine Laufzeit von drei Jahren und trifft sich ca. 3 Mal im Jahr. Er soll ca. 10 Mitglieder umfassen. Entsprechend der Thematik wird eine paritätische Besetzung aus Wissenschaft und Praxis angestrebt. Zu gegebener Zeit und soweit der Arbeitskreis dazu eine Notwendigkeit sieht, besteht die Möglichkeit, weitere Expertinnen und Experten zu Vorträgen einzuladen und/oder Kolloquien zu veranstalten. Durch eineneigenen Schriftbeitrag tragen die Mitglieder zum Ergebnis bei und sind für mindestens einen thematischen Schwerpunkt verantwortlich. Die Beiträge können in referierten Fachzeitschriften und / oder in den Reihen der ARL erfolgen. Reisekosten werden seitens der ARL erstattet. Das erste AK-Treffen wird voraussichtlich im September /Oktober 2013 stattfinden.

Bewerbung

Der Call for Membership richtet sich an unterschiedliche Professionen (insb. aus den Bereichen Stadt-, Regional- und Landesplanung / Raumplanung; Landschafts-, Freiraum- und Umweltplanung; Geographie; Sozial-, Politik- und Kulturwissenschaften). Eine paritätische Besetzung aus Wissenschaft (Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) und Praxis (öffentliche Verwaltung und private Planungsbüros) ist erwünscht.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis haben, senden Sie uns bitte bis zum 14. Juli 2013 Ihre schriftliche Bewerbung zu.

Diese beinhaltet eine kurze Skizze (maximal 4.000 Zeichen ohne Leerzeichen) Ihrer inhaltlichen Bearbeitungsvorstellungen, die den Zusammenhang zu den Zielsetzungen und Arbeitsschwerpunkten (insbesondere zu Pkt. 3) aufzeigt, einen kurzen Lebenslauf sowie max. drei in diesem Zusammenhang relevante Publikationen (PDF) oder Berichte über / Links zu Planungsfällen, an denen Sie maßgeblich beteiligt waren.

Bitte senden Sie Ihre Unterlagen an folgende Adresse, die Sie ebenfalls bei Fragen zum Arbeitskreis nutzen können:

Dr.-Ing. Evelyn Gustedt
E-Mail: Gustedt@arl-net.de
Tel.: 0511 34842-29.

Call als PDF-Dokument