17.09.2020 hb redaktion

Call for Membership der Landesarbeitsgemeinschaft Sachsen/Sachsen‐Anhalt/Thüringen zum Thema Implementierung gleichwertiger Lebensverhältnisse durch Raumordnung (IGLRO)

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Sachsen/Sachsen‐Anhalt/Thüringen der Akademie für
Raumforschung und Landesplanung (ARL) sucht Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Bildung einer Arbeitsgruppe zum Thema „Implementierung gleichwertiger Lebensverhältnisse durch Raumordnung (IGLRO)“.


Die ARL versteht sich als ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft und Praxis, in dem raum‐ und planungsbezogenes Wissen im Dialog generiert, reflektiert und vermittelt wird. Sie erforscht Räume als Bedingung und Ausdruck gesellschaftlicher Praxis. Organisiert ist die ARL als Netzwerk von Fachleuten für Fragen der Raumentwicklung.

Hintergrund
Die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) hat auf ihrer Sitzung am 19. November 2019 in Berlin einen Beschluss zum Thema Gleichwertige Lebensverhältnisse gefasst. Dabei nimmt sie Bezug auf die Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission ´Gleichwertige Lebensverhältnisse´. „Die Kommissionsempfehlungen und der Beschluss der MKRO haben weitreichende Auswirkungen auf die Raumordnung in den Ländern und werden u.a. dazu führen,
dass Zentrale Orte gestärkt und Planungsprozesse beschleunigt werden. Dazu bedarf es allerdings ergänzender Gremienbefassungen und ‐entscheidungen. Des Weiteren sollen die Förderinstrumente der Länder sich stärker an den Vorgaben der Planung ausrichten. Diese Schritte werden insbesondere Auswirkungen auf den Strukturwandel im Mitteldeutschen und Lausitzer Braunkohlerevier, die Entwicklung der Ländlichen Räume und die Energiewende in Mitteldeutschland haben“, so die LAGLenkungsgruppe in ihrer Stellungnahme (ARL Nachrichten, 03/2019, S. 41).


Vor diesem Hintergrund ist das zentrale Ziel der Arbeitsgruppe, Empfehlungen für die LAG‐Region zu entwickeln, wie die Raumordnung – insbesondere vor dem Hintergrund der Auswirkungen der aktuellen Corona‐Pandemie – darauf ausgerichtet werden kann bzw. welche Unterstützung sie zu leisten vermag. Des Weiteren soll aufgezeigt werden, wie diese Empfehlungen mittels konkreter Maßnahmen umgesetzt werden können und welchem Akteur (z. B. Landesregierungen, Landes‐ und Regionalplanungsstellen, kommunale Verwaltungspraxis) welche Rolle zukommt. Die AG wird die
Ergebnisse der „Kommission Gleichwertige Lebensverhältnisse“ (KomGL) umfassend aufgreifen und aus Raumordnungssicht reflektieren.

Fragestellungen
Im Einzelnen möchte die LAG verschiedene Fragestellungen untersuchen. Die Themen bauen nicht zwingend aufeinander auf, sind also alternativ bearbeitbar. Auch ist die Tiefe der Untersuchung gestaltbar:

  1. Bedürfen bereits bestehende Mindeststandards der Daseinsvorsorge eine Weiterentwicklung oder sogar Neudefinierung? Inwieweit müssen Ausstattungskataloge in den Raumordnungsprogrammen in diese Überlegungen einbezogen werden?
  2. Welche Rolle übernehmen Mittelzentren in der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum? Nehmen diese ihren Versorgungsauftrag ergänzend zu den Oberzentren ausreichend wahr?
  3. Welchen Beitrag kann die Beschleunigung von Planungsprozessen und die Weiterentwicklung von Methodik und Planungsinhalten der Raumordnungspläne,insbesondere unter Berücksichtigung des digitalen Infrastrukturausbaus leisten?
  4. Welche Impulse kann eine gezielte Förderung aus einer Hand für Regionen mit besonderem Handlungsbedarf geben?

Zielgruppen
Zielgruppen sind die Vertreter der Raum‐ und Fachplanung auf Landes‐, regionaler und insbesondere kommunaler Ebene aus Wissenschaft und Verwaltung. Die Ergebnisse dienen der Politik‐ und Gesellschaftsberatung.

Vorgehensweise
Die Arbeitsgruppe präferiert die Durchdringung des Themas und Bearbeitung der Fragestellungen im Rahmen von diskursiven Formaten. Dies lässt sich auch durch virtuelle Treffen realisieren. Die Durchführung eines zeitnahen Workshops als virtuelles Treffen ist als Kick‐off‐Veranstaltung geplant.
Hierzu werden auch weitere Interessierte eingeladen. Im Laufe der Bearbeitung sollen Publikationen als Einzelbeiträge in Fachzeitschriften (Raumplanung und/oder juristische Zeitschriften) erstellt werden. Zudem wird ein Sammelband angestrebt. Die Leitung der Arbeitsgruppe liegt bei Prof. Dr. Gerold Janssen (Leibniz‐Institut für ökologische Raumentwicklung, Dresden). Reisekosten für die Treffen werden von der ARL erstattet.

Bewerbung
Dieser Call richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher disziplinärer Zugänge (z. B. Stadt‐/Raumplanung, Geografie, Rechtswissenschaften, Politik‐ oder Verwaltungswissenschaften etc.), die sich mit den genannten Fragestellungen in Wissenschaft und Praxis beschäftigen.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen und Interesse an einer Mitarbeit in der Arbeitsgruppe haben,
übersenden Sie bitte bis zum 30.09.2020

  • eine kurze Skizze (ca. 1.500–2.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) Ihrer Arbeits‐ und Forschungsinteressen im Kontext der Arbeitsgruppe,
  • einen Lebenslauf (maximal eine DIN A4‐Seite)
  • relevante Publikationen bzw. (auch unveröffentlichte) Arbeits‐ oder Projektergebnisse, an denen Sie maßgeblich beteiligt waren (soweit vorhanden als PDF‐Dokument).


Bitte senden Sie Ihre Unterlagen an Dr. Andreas Stefansky (stefansky@arl‐net.de, Telefon: 0511
34842‐43).

Für inhaltliche Nachfragen steht Ihnen Prof. Dr. Gerold Janssen (g.janssen@ioer.de) gern
zur Verfügung.


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