27.08.2015 Annika Mayer

Call for Membership

Für eine neue Arbeitsgruppe der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Berlin/Brandenburg/ Mecklenburg-Vorpommern der ARL mit dem Titel

Regionale Steuerung der Energiewende in Nordostdeutschland: Innovationen im Planungssystem?

werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Die Arbeitsgruppe wird von Dr. Ludger Gailing (Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, IRS) in Kooperation mit Dr. Petra Overwien (Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg) geleitet.

©Ludger GailingThematik

In der Entwicklung erneuerbarer Energien hat sich Nordostdeutschland in den vergangenen Jahren (vor allem im Bereich der Onshore-Windkraft, aber auch darüber hinaus) zu einem räumlichen „Hotspot“ der deutschen Energiewende gemausert. In diesem Zuge wurden – und werden – vielfältige Erfahrungen gemacht und bemerkenswerte innovative  Praxisschritte unternommen, so dass ein relativer Entwicklungsvorsprung gegenüber anderen Bundesländern zu konstatieren ist. Im Gebiet der LAG sind Ex-post-Betrachtungen zur regionalen Steuerung der Energiewende möglich. Die Arbeitsgruppe will daher fragen, wie diese Entwicklung erreicht werden konnte, welche Herausforderungen die Akteurinnen und Akteure der räumlichen Planung auf der regionalen Handlungsebene während der vergangenen 15 Jahre (insbesondere der letzten 5 Jahre) meistern mussten – und gegenwärtig meistern. Von besonderem Interesse sind die planungspraktischen Innovationen, die dadurch hervorgerufen wurden: Worin bestehen diese Innovationen genau? In welchen Praxisfeldern der regionalen Steuerung der Energiewende sind sie festzustellen (z.B. in der Verknüpfung regionaler Entwicklungsprozesse mit formeller Regionalplanung, in der Organisation ökonomischer Teilhabe, in Gestaltungs- und Beteiligungsfragen)? In welchen nicht? Wurden Innovationen für das Mehrebenensystem der Planung insgesamt erreicht?

Ausrichtung und Zielsetzungen der AG

Ziel der AG ist es, Innovationen im Planungssystem zu eruieren, die sich aus den praktischen Erfahrungen mit regionaler Steuerung der Energiewende in Nordostdeutschland in den letzten Jahren ergeben haben. Hierbei geht es darum, die Leistungen der jeweiligen Planerinnen und Planer Ex-post wertzuschätzen und in einen größeren planungspraktischen und -theoretischen Kontext einzuordnen. Zudem ist kritisch zu fragen, welche thematischen Felder der Energiewende dabei noch unbeachtet blieben oder zu wenig Beachtung fanden und welche Faktoren dafür maßgeblich waren.

Übergreifend wird angestrebt, praxisorientierte Aspekte der regionalen Steuerung der Energiewende und ihrer Planungsprozesse in den Blick zu nehmen. Hierzu sollen theoretische Debatten um Innovationen in der Planung aufgegriffen und zu den planungspraktischen Entwicklungen im LAG-Gebiet in Beziehung gesetzt werden.

Im Fokus stehen:

  • Theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema „Innovationen im Planungssystem“: Wie können sie definiert werden? Welcher Art sind die Innovationen: z.B. Produkt- oder Prozessinnovationen? Wer sind die Innovatoren?
  • Befassung mit den inhaltlich relevanten Aspekten für die „Regionale Steuerung der Energiewende“: Mit welchen spezifischen Themen beschäftigen sich die handelnden Akteure (z.B. Energieerzeugung, -einsparung, Strom/Wärme, Netze, Flächenbedarfe)? Welche Steuerungsinstrumente (formelle/informelle) kommen aus welchen Gründen zum Einsatz – oder auch nicht? In welchem Verhältnis stehen diese Aktivitäten zu anderen Handlungsebenen (Land, Kommune usw.)?
  • Diskussion und Untersuchung der Handlungsfelder, in denen Innovationen stattgefunden haben (z.B. räumliche Koordination durch die formelle Regionalplanung; Öffentlichkeitsbeteiligung und Kooperation; Kommunikation, Konfliktmanagement und diskursive Steuerung; Teilhabe und Wertschöpfung)

Ergänzend zu der Auswertung vergangener und gegenwärtiger Erfahrungen sowie ihrer Interpretation im Kontext der Innovationsforschung ist es erforderlich, Restriktionen, Problemlagen und Hemmnisse im Planungssystem zu erörtern, die ggf. auch Innovationen be- oder verhindert haben. Darüber hinaus ist die Arbeitsgruppe offen für ergänzende Schwerpunktsetzungen, z.B.:

  • Übertragbarkeit der Erfahrungen/Innovationen auf die östlichen Nachbarregionen in Polen und auf andere deutsche Bundesländer
  • Rolle der Stadt-Umland-Verflechtungen (z.B. bezogen auf Berlin)

Arbeitsweise

Die künftige Arbeitsgruppe kann sich auf der Grundlage der Kostenübernahme durch die ARL (gemäß Bundesreisekostengesetz) ca. dreimal im Jahr bei einer Laufzeit von zwei Jahren in gemeinsamen Sitzungen beraten. Zur Einbindung weiterer relevanter Akteure führt die AG zudem Workshops bzw. Fokusgruppen durch. Die AG-Mitglieder sollen die Workshops vorbereiten und durchführen sowie die Ergebnisse diskutieren und aufbereiten.

Ergebnisse

Die Ergebnisse sollen zielgruppenorientiert (Praxis/Wissenschaft) aufbereitet werden. Mögliche Produkte sind zum einen gemeinsame praxisorientierte Publikationen, z.B. ein Positionspapier oder ein Arbeitsbericht der ARL. Zum anderen sind Beiträge in referierten (internationalen) Zeitschriften vorstellbar. Die Entscheidung über die Publikationsstrategie obliegt der künftigen Arbeitsgruppe.

Bewerbung

Dieser Call richtet sich im Wesentlichen an Fachleute, deren beruflicher Schwerpunkt in einem der drei Länder der LAG liegt. Als Mitglieder der Arbeitsgruppe kommen Angehörige von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Fachleute aus Planungsstellen, der Verwaltung, aus Verbänden, Kammern, der Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Institutionen und Organisationen infrage. Bewerbungen sind von Mitgliedern und Gästen der LAG Berlin/Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern ebenso willkommen wie von Nicht-Mitgliedern.

Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit in der Arbeitsgruppe haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie bis zum

1. November 2015

eine kurze Skizze (max. 2.000 Zeichen ohne Leerzeichen), die Ihre eigenen Kompetenzen und beruflichen Erfahrungen zu den o.a. inhaltlichen Anforderungen aufzeigt, und einen kurzen Lebenslauf (max. 1.000 Zeichen ohne Leerzeichen) an folgende Adresse senden: gustedt@arl-net.de.

Weitere Informationen

Inhaltliche und organisatorische Fragen zum Call for Membership und zur ARL-Arbeitsgruppe der LAG richten Sie bitte an:
Dr.-Ing. Evelyn Gustedt (gustedt@arl-net.de; 0511 34842-29) und/oder
Dr. Ludger Gailing (gailing@irs-net.de; 03362 793-252)