BRIDGEforEU: Chancen und Herausforderungen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Beim ARL Lunch Talk am 1. September 2025 stand die neue EU-Verordnung „Bridge for EU“ im Mittelpunkt, die seit Mai in Kraft ist. Ziel der Verordnung ist es, rechtliche und administrative Hürden in Grenzregionen abzubauen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken.
Thiemo Eser (Ministerium für Wohnungsbau und Raumentwicklung Luxemburg) gab einen Überblick aus europäischer und mitgliedsstaatlicher Sicht.
Der ARL-Arbeitskreis Facilitating Cross-Border Solutions hat hierzu ein Positionspapier erarbeitet, das Anwendungsbereiche, mögliche Umsetzungsprobleme und konkrete Handlungsempfehlungen analysiert.
Die Ko-Autorinnen Prof. Dr. Franziska Sielker (TU Wien) und Dr. Sabine Zillmer (Spatial Foresight) stellten zentrale Ergebnisse vor. Diskutiert wurden unter anderem der unklare Anwendungsbereich der Verordnung, die Rolle von Koordinierungsstellen („Cross-Border Coordination Points“) sowie die starke Freiwilligkeit der Umsetzung, die zu ungleichen Fortschritten in den Mitgliedstaaten führen könnte.
Praktische Einblicke brachte Florence Guillemin, Geschäftsführerin des Eurodistrikts SaarMoselle. Sie schilderte am Beispiel einer grenzüberschreitenden Kita die Herausforderungen bei Anerkennung, Finanzierung und Organisation öffentlicher Dienstleistungen über Grenzen hinweg. Die Verordnung könne hier künftig helfen, wenn sie lokale Bedürfnisse stärker berücksichtigt und Kontaktstellen ausreichende Befugnisse erhalten.
In der Diskussion wurde deutlich: Die Verordnung bietet Chancen für mehr Sichtbarkeit und institutionelle Stärkung der Grenzregionen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sie in den Mitgliedstaaten umgesetzt wird und ob die freiwillige Anwendung tatsächlich zu spürbaren Verbesserungen führt. Monitoring und Praxisbeispiele werden dabei entscheidend sein.
Das Positionspapier der ARL zum Thema finden Sie hier: Regulation of the European Parliament and of the Council on facilitating Cross-Border Solutions – BRIDGEforEU

