25.03.2020

Ausschreibung: Mentoring-Programm von ARL und FRU 2020

ARL und FRU schreiben in Kooperation mit der HafenCity Universität Hamburg ab Frühjahr 2020 erneut ein Mentoring-Programm für junge Planerinnen und Wissenschaftlerinnen der Raum- und Umweltplanung aus.

Mit dem Programm wird angestrebt, die Nachwuchsförderung weiter zu verbessern und gezielt junge Frauen beim Start in das Berufsleben und bei der weiteren beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Dies soll dazu beitragen, den Anteil von Frauen in leitenden Funktionen der Raum- und Umweltplanung zu erhöhen. Das Programm unterstützt die Teilnehmerinnen bei der Planung und Entwicklung ihrer Berufslaufbahn sowie bei der Erweiterung sozialer Kompetenzen und bereitet damit auf künftige Anforderungen der Berufspraxis vor.

Hintergrund des Programms ist die Tatsache, dass Frauen nach wie vor in leitenden Positionen – sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis – zum Teil deutlich unterrepräsentiert sind, obwohl der Anteil der Absolventinnen raum- und umweltwissenschaftlicher Studiengänge in den letzten Jahren gestiegen ist. Frauen sehen sich noch immer bei ihrer beruflichen Entwicklung Barrieren ausgesetzt, die auch dadurch entstehen, dass ihnen bestimmte Codes, die für einen beruflichen Aufstieg notwendig sind, nicht zugänglich sind oder dass die fachlichen wie persönlichkeitsbezogenen Potenziale von Frauen zu wenig zur Geltung gelangen können.

Mit dem Mentoring-Programm soll ein Beitrag dazu geleistet werden, qualifizierten Nachwuchskräften fachliche und soziale Kompetenzen zu vermitteln, um in einer häufig noch von Männern dominierten Berufswelt in leitende Positionen aufsteigen zu können. Darüber hinaus geht es um die Förderung der Aktivitäts- und Handlungskompetenz junger Frauen, um beispielsweise Entscheidungsfähigkeit, Innovationsfreude, Belastbarkeit und Beharrlichkeit zu unterstützen. Schließlich kann das Programm auch die personale Kompetenz fördern, indem beispielsweise das Selbstmanagement und die Eigenverantwortung gestärkt werden.

Programm

Für das Jahr 2020 werden fünf Plätze mit einer Laufzeit von 24 Monaten ausgeschrieben.

Den Teilnehmerinnen stehen Mentorinnen aus der Wissenschaft und der Planungspraxis als Ansprechpartnerin und Beraterin zum Berufseinstieg sowie zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung zur Seite. Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen Mentee und erfahrener Mentorin sollen die Teilnehmerinnen individuell fördern.

Das Programm setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • One-to-one Mentoring einer Mentee mit jeweils einer erfahrenen Planerin oder Wissenschaftlerin
  • Gemeinsame Veranstaltungen zum Auftakt, zur Halbzeit sowie zum Abschluss des Programms (Diskussion und Förderung der fachlichen und persönlichen Qualifikationen, Analyse und Problematisierung genderspezifischer sozialer Kompetenzen, Strategien zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie)
  • Qualifikationskurse für die Mentees
  • Bearbeitung eines Projektes in Absprache mit der jeweiligen Mentorin Bei erfolgreicher Teilnahme erhält die Mentee zum Abschluss ein Zertifikat.

One-to-one Mentoring

Kernstück des Programms ist die Partnerschaft zwischen Mentorin und Mentee. Grundlage für die Bildung eines Tandems ist die Übereinstimmung der Ziele und der Persönlichkeit der Mentee mit den Unterstützungsmöglichkeiten und der Persönlichkeit, Biografie und den Erfahrungen der Mentorin. Der Kontakt zwischen beiden Seiten wird über die Geschäftsstelle der ARL als Programm-Geschäftsstelle vermittelt. Diese steht den Beteiligten auch während des gesamten Prozesses bei Fragen zur Verfügung. Über Erwartungen und Ziele der Partnerschaft, Häufigkeit und Form des Kontaktes sowie die Vertraulichkeit der Gespräche stimmen sich Mentorin und Mentee zu Beginn ab. Die Teilnehmerinnen können die jeweilige Partnerin ablehnen und sich bei Konflikten an die Programm-Geschäftsstelle wenden.

Gemeinsame Veranstaltungen

Gemeinsame Veranstaltungen Um das Kennenlernen der Teilnehmerinnen untereinander zu fördern und über das Programm zu informieren, findet zu Beginn eine Auftaktveranstaltung statt. Halbzeit- und Abschlussveranstaltung dienen der Analyse und Problematisierung karrierefördernder und karrierehemmender Faktoren sowie des „Lernens“ aus den Biografien der Mentorinnen. Zudem werden die Ergebnisse der Mentee-Projekte präsentiert und Erfahrungen mit dem Programm ausgetauscht. Die gemeinsamen Treffen dienen auch dazu, in einem „geschützten Raum“ zu diskutieren und Antworten auf die Fragen zu finden, die sich den Mentees im beruflichen Alltag hinsichtlich der Karriereplanung und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen.

Qualifikationskurse

Von den Mentees wird erwartet, dass sie an zwei Qualifikationskursen teilnehmen. Vorgesehen ist ein gemeinsames Trainingsprogramm zum Thema „Souveräner Umgang mit Konflikten“. Der zweite Kurs (auf eigene Kosten) kann aus folgenden Inhalten gewählt werden: Projektmanagement, Präsentation, Rhetorik, Selbstmanagement, Zeitmanagement, Vermittlung der „Spielregeln“ im Wissenschaftsbetrieb und Berufsalltag oder Kommunikations- und Bewerbungstraining.

Projekte

Die Mentees sollen das Programm auch dazu nutzen, ein gemeinsam mit der jeweiligen Mentorin zu definierendes Projekt zu bearbeiten. Dies kann beispielsweise die Erarbeitung eines Fachaufsatzes mit dem Ziel der Veröffentlichung in einer referierten Fachzeitschrift sein, das Erproben neuer methodischer Ansätze bei der Bewältigung fachlicher Aufgaben oder das Vorbereiten und Begleiten eines konkreten Karriereschrittes. Mentees und Mentorinnen halten Ziele und Schritte ihres jeweiligen Projektes in einer Zielvereinbarung fest.

Vorteile für Mentees

  • Vertiefte Kenntnisse über Strukturen, „Spielregeln“ und Verfahrensweisen in Planungspraxis oder Wissenschaft
  • Hinweise zum Aufbau von Netzwerken sowie Integration in wissenschaftliche und praxisorientierte Netzwerke der Raum- und Umweltplanung sowie der Raumwissenschaften
  • Förderung strategischer Kompetenzen und des „Selfmarketings“
  • Erweiterte oder konkrete Vorstellungen zur Karriereplanung und erhöhte Motivation

Vorteile für Mentorinnen

  • Erweiterung der Beratungsmöglichkeiten und Erfahrungen im Wissenstransfer
  • Anregungen und Motivation sowie erweiterte Kontakte
  • Reflexion des eigenen Berufsweges sowie von Zielen und Erwartungen

Ziele aus Sicht von ARL und FRU

  • Qualitätssteigerung in der Nachwuchsförderung
  • Förderung der Gleichstellung in den Raum- und Umweltwissenschaften
  • Förderung des Images der Raum- und Umweltwissenschaften im Wettbewerb um Talente
  • Förderung der Qualifikationen von Frauen für Führungspositionen in Wissenschaft und Praxis
  •  Sicherung der Leistungsfähigkeit der ARL durch frühzeitige Einbindung von besonders qualifizierten Nachwuchskräften

Erwartungen an die Teilnehmerinnen

Das Mentoring-Programm von ARL und FRU richtet sich an Absolventinnen der Stadt- und Regionalplanung, Raumplanung, Geographie, Landschafts- und Umweltplanung und verwandter Studienrichtungen. Bei Interesse an einer Teilnahme sollten Sie bereit sein,

  • sich aktiv in die Mentoring-Partnerschaft über den Zeitraum von zwei Jahren einzubringen und regelmäßige Treffen wahrzunehmen,
  • ein mit der jeweiligen Mentorin zu definierendes Projekt im Zeitraum des Programms zu bearbeiten, •    zwei Qualifikationskurse zu besuchen,
  • über das Projekt in der Abschlussveranstaltung zu berichten.

Die Aufnahme in das Mentoring-Programm erfolgt über eine Auswahl aus schriftlichen Bewerbungen. Die Unterlagen sollten ein Anschreiben zur eigenen Motivation und zu den persönlichen Zielen der Teilnahme, den Lebenslauf sowie gegebenenfalls eine Kurzdarstellung der aktuellen beruflichen Situation umfassen.

Bewerbungsschluss:    30. Juni 2020
Beginn des Programms:    September 2020

Kontakt und Information

Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL)
Prof. Dr. Andreas Klee 
Vahrenwalderstr. 247
30179 Hannover
Tel.: 0511 34842-39
Fax 0511 34842-41
klee@arl-net.de