05./06.02.2018 „Die Große Transformation – Herausforderung und Chance für die Raumplanung“

Dortmunder Konferenz Raum- und Planungsforschung 2018

Ca. 200 Teilnehmer aus Wissenschaft, Planungspraxis und Politik und zahlreiche Studierende haben im Rahmen der vierten Dortmunder Konferenz Raum- und Planungsforschung am 5. und 6.2.2018 zu Fragen nachhaltiger räumlicher Entwicklung im Zeichen der „großen Transformation“ diskutiert. Die Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) war auch in diesem Jahr wieder Kooperationspartner der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund, deren ausrichtende Einrichtungen das Institut für Raumplanung (IRPUD), das Fachgebiet Stadt- und Regionalsoziologie (SOZ) und das Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie (ROP) sind.

Im Fokus standen die großen Herausforderungen, die Akteure der Transformation direkt betreffen: Wie können urbane Räume, Städte oder Regionen zu des sozial-ökologischen Wandels werden? Welche Akteure spielen hier eine zentrale Rolle? Und wie kann räumliche Transformation planerisch in den unterschiedlichen Raumkategorien gestaltet und unterstützt werden?

Prof. Dr. Zimmermann, Leiter des Fachgebiets Europäische Planungskulturen an der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund und Frau Prof. Dr. Baumgart, ehemalige Leiterin des Fachgebiets Stadt- und Regionalplanung eröffneten die Konferenz und wiesen auf die drängenden Fragen hin, die das Thema aus Sicht der räumlichen Planung und Entwicklung prägen: Wie können Städte, Quartiere, Regionen oder Agglomerationen zu Motoren der Transformation werden, und wie kann räumliche Planung sie hierbei unterstützen und selbst die Weichen stellen? Welche Akteure braucht es hierzu, und welche Strukturen befördern gemeinsames Handeln in Planung, Politik und Gesellschaft? Und wie kann sichergestellt werden, dass die gesellschaftliche Transformation mit der Orientierung auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einhergeht?

Prof. Dr. Messner, Vorsitzender des WBGU und Direktor des Instituts für Entwicklungspolitik, stellte in seinem keynote-Vortrag „great transformation towards sustainability – urban challenges“ die globalen Herausforderungen in den Fokus, insbesondere die Urbanisierung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und unter den gegebenen ökonomischen Bedingungen zu steuern. Urbane Regionen seien sowohl Treiber als auch selbst betroffen vom globalen Umweltwandel. Geschwindigkeit, Ausmaß und Eigenart („speed, scale and face“) kennzeichnen Urbanisierung weltweit. Sie bestimmen die Herausforderungen der Entwicklung von Infrastrukturen, des Zugangs zu bezahlbarem Wohnraum, Arbeit oder medizinischer Versorgung, zu Wasser, Lebensmitteln und auch zu Entscheidungsprozessen. (Wie) können Städte nachhaltig wachsen? Wie sind die städtischen räume gestaltet, in denen der Großteil der Weltbevölkerung leben wird? Der Stadt- und Raumforschung wird im Rahmen der „großen Transformation“ eine zentrale Rolle zugeschrieben. Die urbane Transformation sei als gesellschaftlicher Lern- und Suchprozess zu verstehen, so Prof. Messner.

Im Verlauf der Konferenz ging es in zahlreichen Sessions um konkrete Ansätze der räumlichen Planung und um künftige Planungsparadigma, die die Diskussion um die große Transformation prägen. In acht thematischen Tracks, insgesamt 21 Sessions und an sieben „Roundtables“ fanden über 80 Vorträge nationaler und internationaler Referentinnen und Referenten statt. Von innovativen Ansätzen in Stadtregionen über neue Konzepte für Mobilität und Verkehr bis zu internationalen und europäischen Perspektiven der Raumplanung war das Angebot an Diskussionsrunden und Vorträgen sehr vielfältig. Den Abschluss der Dortmunder Konferenz 2018 gestaltete Frau Prof. Dr. Baumgart mit einem Vortrag zu „Transformers – Reflexionen über Wandlungen in Raum und Gestalt“. Die Entwicklung der Raumplanung an der TU Dortmund in den letzten 50 Jahren wurde auf einer abschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Prof. Dr. Zimmermann erörtert.