13.04.2022

„Mehr Region war nie“

Frühjahrssitzung der LAG Baden-Württemberg am 7./8.4.2022 in Heilbronn

Nach zwei Jahren pandemiebedingten online-Treffen hat sich die LAG Baden-Württemberg auf Initiative des Regionalverbandes Heilbronn-Franken Anfang April in Heilbronn getroffen. Kernthemen waren die Perspektiven der Landesplanung vor dem Hintergrund der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans (LEP), das große Thema der Zukunft der Mobilität und Verkehrsinfrastruktur in Baden-Württemberg und die Entwicklungsperspektiven der Stadt und Region Heilbronn im Zuge der Bundesgartenschau 2019. 

Andrea Lagemann, Leiterin des Referats Landesentwicklungsplanung des MLW stellte den Prozess der LEP-Entwicklung vor mit den zentralen Zielen des regionalen Austausches, der Stadt-Land-Partnerschaften und der Kreislaufwirtschaft. Der LEP soll zu nachhaltigen, resilienten Raumstrukturen beitragen und die Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen – vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, des Klimaschutzes und der Klimaanpassung, und den Anforderungen an Mitwirkung und Planungsbeschleunigung. Diese tradierten Themen werden für den neuen LEP aus aktueller Perspektive durchleuchtet, einhergehend mit einer regionalen Planungsinitiative des Landes. Die LAG hat zu diesem Thema eine Ad-hoc-AG unter der Leitung von Dr. Dirk Seidemann (LAG-Vorsitzender) ins Leben gerufen, die den engen Austausch mit dem MLW sucht, Kernthemen aus der regionalen und kommunalen Perspektive in die Diskussion einbringt und den Prozess der LEP-Erstellung aktiv begleitet. Prof. Anna Growe stellte kurz den aktuellen Arbeitstand hierzu vor. 

Ein prioritäres Thema nicht nur für den LEP-Prozess ist die Mobilität. Dr. Wolf Engelbach (Ministerium für Verkehr BW) bezog sich auf das in Erarbeitung befindliche „Landeskonzept Mobilität und Klima“, das u.a. die Frage stellt, was eine Verkehrswende 2030 konkret für die einzelnen Sektoren bedeuten würde. Mehr als 40 Ansätze werden erörtert, von der Verkehrssicherheit über die Barrierefreiheit bis zur Klimaresilienz – begleitet von komplexen Kommunikationsansätzen. Mit dem Beispiel der Regional-Stadtbahn Neckar-Alp stellte Dr. Seidemann eine starke Initiative in nachhaltiger Mobilität mit einem gelungenen Finanzierungsmodell vor, bevor Prof. Frank Brettschneider (Univ. Hohenheim) mit seinem Beitrag zur Bedeutung von Bürgerbeteiligung bzw. Bürgerentscheiden und deren Verortung in Planungsprozessen ein Highlight des ersten Sitzungstages setzte: wie können planungsbehindernde „nimby-Abwehr-Reflexe“ konstruktiv adressiert und überwunden werden? Wie kann Beteiligung zielführend in die Entscheidungsvorbereitung eingebunden werden?

Foto: Neugestaltung der innerstädtischen Neckarauen in Heilbronn: ein Relikt der ehemaligen Hauptverkehrsstraße (mit Beleuchtung) unterbricht den Grünzug entlang des Flusses (Renaturierung und Wohngebietsentwicklung im Rahmen der Bundesgartenschau 2019).

Der Regionalverband Heilbronn-Franken prägte mit dem Projekt „Innenstadtberatung“ die Diskussion über Ansätze der Revitalisierung kleinerer Zentren in der Region. Heilbronn selbst ist geprägt von der Bundesgartenschau 2019, deren Entwicklung und bis heute wirksame Impulse von Uwe Toellner, Leiter des Grünflächenamtes der Stadt eindrucksvoll vorgestellt wurden: das Zentrum der Stadt ist geprägt von grüner und blauer Infrastruktur der Neckarauen, die Orte mit hoher Aufenthaltsqualität sind und die Stadt als attraktiven Wohn- und Arbeitsort über die Region hin aus bekannt machen.