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Demographischer und sozio-ökonomischer Wandel

Forschungsfeld I befasst sich mit gesellschaftlichen und ökonomischen Dynamiken und den damit verbundenen Anpassungen der Siedlungs-, Wirtschafts- und Infrastrukturen aus integrativen planerischen Perspektiven. Mit dem demographischen Wandel und seinen Teilprozessen der Alterung, Schrumpfung und Internationalisierung verändern sich gesellschaftliche Strukturen und Wertesysteme. Diese Veränderungen korrespondieren mit einem komplexen sozioökonomischen Wandel, der zum einen soziokulturelle Veränderungen in der Gesellschaft, wie die Pluralisierung von Lebensstilen, neue Geschlechterverhältnisse und Familienmodelle umfasst. Zum anderen ist die Wirtschafts- und Arbeitswelt durch Flexibilisierung und Globalisierung der Produktionsweisen sowie durch einen Strukturwandel hin zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft in einem anhaltenden Veränderungsprozess. Alternative Wirtschaftsweisen, wie postwachstumsorientierte Ansätze stehen auf dem Prüfstand, insbesondere hinsichtlich planerischer Steuerungsmöglichkeiten im Sinne sozialer, ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit. Gleiches gilt für den Bereich neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, da sich mit einer umfassenden Digitalisierung sowie innovativer Produktionsweisen Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen grundlegend wandeln.

Im Fokus des Forschungsfelds I liegen zunehmende groß- und kleinräumige sozioökonomische Ungleichheiten, die u.a. durch Prozesse sozialräumlicher Segregation, Exklusion und Polarisierung entstehen. Problematisch sind dabei Mehrfachbenachteiligungen, da ökonomisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen häufig in Räumen mit sozialen und städtebaulichen Defiziten sowie hohen Umweltbelastungen leben. Diese Ungleichheiten und Benachteiligungen sind nicht nur hinsichtlich einer räumlich-sozialen Gerechtigkeit, sondern auch hinsichtlich des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der zukünftigen ökonomischen Entwicklung für die betroffenen Gruppen und die gesamte Gesellschaft problematisch.

Prozesse des demographischen und soziökonomischen Wandels werden im Forschungsfeld I hinsichtlich ihrer räumlichen Ausgangsbedingungen und Wirkungen untersucht und dabei neue planerische Ansätze, Steuerungsmöglichkeiten und Wirkungen analysiert. Dabei dienen gleichwertige Lebensbedingungen, Daseinsvorsorge und eine gemeinwohlorientiertere Raumnutzung als wesentliche normative Orientierungen für die Analyse räumlicher Entwicklungen und planerischer Handlungsweisen.

Kontakt

Dr. Martin Sondermann
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Dr. Martina Hülz
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