Call for Membership: Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung

Für einen neuen Arbeitskreis der ARL zum Thema

Hochschulen und nachhaltige Regionalentwicklung

werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Die Mitglieder des zukünftigen Arbeitskreises werden sich dem Thema und seinen Teilaspekten aus gesellschafts‐ und raumwissenschaftlicher sowie regionalökonomischer Perspektive und aus der Perspektive der räumlichen Politik und Planungspraxis widmen. Die Leitung des Arbeitskreises wird Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep (Universität Kassel) übertragen.

Problemstellung

Universitäten  – Garant für nachhaltiges Wachstum in der Region? - © canca - Fotolia.com

Der Effekt von Bildungs- und Wissenschaftsinfrastrukturen – insbesondere Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen – auf die Regionalentwicklung ist gut untersucht und gilt als positiv. Viele Regionen mit derartigen Institutionen entwickeln sich ceteris paribus besser als andere ohne entsprechende Infrastrukturen. Räumliche Nähe kann Innovationsprozesse im Übergang von der Invention zur Innovation begünstigen. Darüber hinaus können Bildungs- und Wissenschaftsinfrastrukturen nachfrageseitige Multiplikatorwirkungen entfalten und so die wirtschaftliche Entwicklung der Region nachhaltig begünstigen. Das jeweilige Ausmaß der Effekte kann jedoch stark variieren und wird durch weitere regionale Standortfaktoren mitbestimmt.

Forschungsbedarf besteht daher insbesondere hinsichtlich der Kanäle des Wissenstransfers, der Etablierung erfolgreicher Governancestrukturen für den Wissenstransfer, und der Interaktion von Bildungs- und Hochschulinfrastruktur mit weiteren Standortfaktoren für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Hierbei sind auch die regionalen Auswirkungen veränderter Finanzierungsstrukturen im Wissenschaftssystem zu untersuchen. Folgende Themenfelder könnten daher im Rahmen des geplanten Arbeitskreises untersucht werden:

  • Räumliche Dimensionen des deutschen Hochschulsystems
  • Erfolgsfaktoren und Mechanismen regionalen Wissenstransfers
  • Wirkungszusammenhang zwischen Wissenschaftspolitik und Regionalentwicklung
  • Gesellschaftliches Engagement von Hochschulen in der Region
  • Bildungsinfrastruktur und Wissenschaft für nachhaltige Regionalentwicklung

Von den aufgezählten Themenfeldern ausgehend sollen jeweils Konsequenzen für räumliche Strukturen und deren Entwicklung gezogen werden und mögliche Politikimplikationen formuliert werden.

Forschungsziel

Der Arbeitskreis strebt einen inter‐ und transdisziplinären Diskurs über die Rolle des deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystems für die regionale Entwicklung an. Die Ergebnisse des Arbeitskreises sollen sowohl als Grundlage für langfristig angelegte Entwicklungsstrategien von Wissenstransferstrukturen dienen als auch ein besseres Verständnis der räumlichen Dimension von Hochschul- und Wissenschaftspolitik in Deutschland begünstigen.

Vorgehensweise

Die Mitglieder des Arbeitskreises kommen zwei‐ bis dreimal jährlich zusammen, um die Erkenntnisse und Fortschritte der gemeinsamen Arbeit zu diskutieren. Die angestrebten Forschungsergebnisse werden zu Beginn gemeinsam abgestimmt, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung des Arbeitskreises. Die Mitglieder tragen aktiv durch eigene Beiträge zum Thema bei. Die gemeinsame Arbeit umfasst sachliche und räumliche Schwerpunktsetzungen. Es können Fallstudien und auch internationale Vergleiche durchgeführt bzw. herangezogen werden. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, weitere Expertinnen und Experten zu Vorträgen einzuladen und / oder Workshops zu organisieren. Schriftliche Beiträge werden vor einer Veröffentlichung doppelblind begutachtet. Für die mit der Tätigkeit des Arbeitskreises verbundenen Reisen erhalten die Mitglieder eine Kostenerstattung nach Bundesreisekostengesetz.

Bewerbung

Die hier angesprochenen Arbeitsschwerpunkte des neuen ARL‐Arbeitskreises erfordern ein disziplinübergreifendes Zusammenwirken verschiedener Fachrichtungen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, wie auch die fachkundige Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der Planungspraxis, jeweils aus den Bereichen räumliche Planung, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Geographie, Soziologie, Psychologie, Wissenstransfer etc. Mit diesem Call werden Personen, die sich bereits mit den skizzierten gesellschaftlichen Veränderungsbereichen und ggf. direkt mit Wissenstransferstrukturen befasst haben bzw. befassen, zur Bewerbung für eine Mitgliedschaft in diesem Arbeitskreis aufgefordert.

Wenn Sie sich – auch als Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerin – angesprochen fühlen und Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis haben, würden wir uns über die Zusendung Ihrer Unterlagen bis zum

21. Juli 2014

freuen.

Die Bewerbung (max. 5000 Zeichen ohne Leerzeichen) soll das Interesse an der Mitwirkung im Arbeitskreis, vor dem Hintergrund der eigenen Kompetenzen und beruflichen Erfahrungen, begründen. Zudem bitten wir um einen kurzen beruflichen Lebenslauf (max. 2500 Zeichen ohne Leerzeichen) und die Nennung Ihrer max. fünf wichtigsten Arbeiten zum Thema (Publikationen, Projekte). Alle Bewerberinnen und Bewerber erhalten spätestens bis zum 31.08.2014 eine Zu‐ oder Absage über ihre Aufnahme in den Arbeitskreis.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung an Dr. Nora Vogt, die zuständige Referentin in der Geschäftsstelle der ARL. Für Rückfragen steht auch der künftige Leiter des AKs – Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep – zur Verfügung.

Dr. Nora Vogt
Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL)
Referat Wirtschaft, Technik, Infrastruktur
Hohenzollernstraße 11
30161 Hannover
Tel. 0511 34842-28
vogt@arl-net.de

Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep
Präsident
Universität Kassel
Mönchebergstraße 19
34125 Kassel
Tel. 0561 804-2233
praesident@uni-kassel.de