Im Zuge des demografischen Wandels stehen die kommunalen Träger bei problematischer Haushaltslage vor weiteren Herausforderungen: Die Verringerung und die Überalterung der Bevölkerung führen zu höheren Pro-Kopf-Kosten bei den Infrastrukturleistungen. Eine Rückführung entsprechender Maßnahmen ist dabei erstens häufig mit hohen Kosten verbunden (Rückbaukosten) und zweitens aufgrund der Verpflichtung des Staates gegenüber der bestehenden Bevölkerung (Daseinsvorsorge) nicht immer möglich.
Unter Federführung der Georg-August-Universität Göttingen beteiligt sich die ARL an dem Projekt „Monitor der Infrastrukturkosten im demografischen Wandel in Niedersachsen (MIWnds)“, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur ab September 2010 für drei Jahre mit rund 173.000 Euro aus dem Förderprogramm Pro Niedersachsen unterstützt wird. Ziel des Projektes ist es, ein Instrument für niedersächsische Gemeinden zu schaffen, das kommunalen Entscheidungsträgern die Kostenentwicklung der bestehenden Infrastruktur aufgrund des demografischen Wandels aufzeigt. Bisherige Prognosen, nach denen bei einem Bevölkerungsrückgang um 20 Prozent auch die Infrastrukturkosten um 20 Prozent ansteigen, berücksichtigen weder den regional unterschiedlich ausfallenden demografischen Wandel noch regionale Wanderungsbewegungen. Durch die umfassenden Untersuchungen zu den Auswirkungen des demografischen Wandels macht das Projekt damit transparent, wie sich die Kosten pro Einwohner in unterschiedlichen Gemeindetypen im Zeitverlauf entwickeln werden. Es kann so die Entscheidungssituation der Kommunen verbessern und ermöglicht ihnen einen langfristigen Umgang mit ihrer Infrastruktur. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadt- und Gemeindeentwicklung, gerade im ländlichen Raum.