Arbeitskreis Mind the Gap! – Kooperationen und Selbstverständnisse in der räumlichen Planung

: Meike Levin-Keitel
: Martin Sondermann
: Linda Lange (geb. Funke)
: Evelyn Gustedt

Laufzeit

2013–2016

Hintergrund

Thema

Die räumliche Planung zeichnet sich durch vielseitige Praktiken aus, die sich hochkomplex, kontext- und situationsabhängig, auf verschiedenen räumlichen Ebenen und im Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure ausprägen. Trotz diverser wissenschaftlicher Theorien von der Planungspraxis ist eine grundsätzliche Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem (Erklärungs-)Anspruch und planerischen Wirklichkeiten geblieben, welche im Diskurs auch als „Theorie-Praxis-Lücken“ bezeichnet werden. Entgegen eines solch dichotomen „Lücken-Denkens“ gehen wir davon aus, dass sowohl Planungswissenschaft als auch -praxis mit Theorien arbeiten, welche als

  • Modelle zur Analyse planerischer Praktiken und
  • Medium zur (Selbst-)Reflektion sowie zum
  • Wissenstransfer zwischen beiden Feldern dienen können.

Diese Theorien können substanziell oder prozedural sein und sehr unterschiedlichen Funktionen dienen, sprich deskriptiver, analytischer, normativer oder präskriptiver Natur sein.

Zielstellung

Im Arbeitskreis „Mind the Gap!“ widmen wir (Der AK Mind the Gap stellt sich vor) uns explizit dem Verhältnis von Planungswissenschaft und -praxis und betrachten vor allem die Produktion und Anwendung von Theorien in beiden Feldern. Dabei gehen wir den Fragen nach, in welchen Relationen Planungswissenschaft und -praxis zueinander stehen und inwiefern diese von Bedeutung sind für die theoretische Fortentwicklung der Planung sowie für planerisches Handeln. Ziel des Arbeitskreises ist es, verschiedene Ansätze, Gedanken und Positionen zum Verhältnis von Wissenschaft und Praxis räumlichen Planens interdisziplinär zu diskutieren, den Forschungsstand aufzuarbeiten und durch eigene literatur- und empiriebasierte Beiträge zu validieren und zusätzlich neue Erkenntnisse in den Diskurs einfließen zu lassen.

Arbeitsweise und Bausteine

Die grundlegende Arbeitsweise kennzeichnet sich durch offene Diskussionen und kollektive Lernprozesse sowie durch die fokussierte Arbeit an inhaltlichen „Bausteinen“, welche von Mitgliedern des Arbeitskreises in Hinblick auf das Verhältnis von Theorien in Planungswissenschaft und -praxis bearbeitet werden.

Hierzu gehören:

  • Räumliches Planen im Spiegel der planungsbezogenen Fachliteratur
  • Planungstheorien aus Sicht von Praktiker*innen
  • Anspruch und Wirklichkeit kommunikativ-kooperativer Planung
  • Angewandte Forschung als Brückendisziplin
  • Psychologische und kulturwissenschaftliche Ansätze

Outputs

Innerhalb der thematischen „Bausteine“ führen Mitglieder des Arbeitskreises bspw. Literaturanalysen, qualitative und quantitative empirische Erhebungen und Analysen (z. B. Interviews und Surveys) sowie Workshops durch. Die Ergebnisse werden durch Vorträge auf Fachtagungen vorgestellt und als Beiträge in Fachzeitschriften veröffentlicht.

  • Raumforschung und Raumordnung 1/2017 (Special Issue)
  • Internationale Tagung 2017 “Mind Theories and Practices” (Arbeitstitel)
  • Othengrafen / Sondermann (2015): Städtische Planungskulturen im Spiegel von Konflikten, Protesten und Initiativen. Buchbeiträge von: Meike Levin-Keitel, Christian Peer, Ulrike Mackrodt und Martin Sondermann
  • Planning Theory and Practice (2016) – Interface: Exchange between researchers and practitioners in urban planning: achievable objective or a bridge too far? Koordinierung: Christian Lamker; Beitrag von Meike Hellmich und Linda Lange
  • Workshop „Theorie im Praxistest - Zwischen sozialen Raumkonstruktionen und Planungsalltag“ (29.10.2015). Leitung: Meike Levin-Keitel, Bettina Lelong, Yvonne Knapstein und Evelyn Gustedt
  • RGS-IBG Annual International Conference 2014 - Session “The more participation the better? Interpretive approaches of bad practice in stakeholder engagement”. Chairs: Meike Levin-Keitel und Thomas Thaler
  • Deutscher Kongress für Geographie 2015 - Fachsitzung “Mind the Gap“. Sitzungsleitung: Meike Levin-Keitel und Martin Sondermann, Beiträge u.a. von Christian Diller, Thomas Thaler, Christian Lamker, Linda Lange und Meike Hellmich